Beilagenlos ist nicht belanglos

Das Leben auf dem Bauernhof ist für einen Software Entwickler zwar eine willkommene Abwechslung, aber körperlich auch eine Herausforderung. Es geht gar nicht um solche Dinge wie schwere Lasten (ist ja klar dass die für mich keinerlei Problem darstellen ;)), sondern vielmehr um die Arbeitshaltung. Also weniger um die Arbeitsmoral, als mehr um die sprichwörtliche Haltung. So muss man ca. alle fünf Minuten die „Schmerzverteilung“ neu überdenken: will ich für die nächsten fünf Minuten lieber Rückenschmerzen, Knieschmerzen, Fußschmerzen oder Schienbeinschmerzen? Ob man diese Aufgabe gut erledigt hat merkt man dann am nächten Morgen. Wenn der Muskelkater überall gleichmäßig ist, hat man die Schmerzverteilung schön homogen geregelt.

Das tolle an der Arbeit hier ist auch, dass man in einer kanadischen Familie untergebracht ist. Somit lernt man das hiesige Familienleben kennen. Dazu gehört natürlich auch die kanadische Küche. Ich weiss nicht ob es normal ist oder ob es nur daran liegt dass wir hier gerade einen Gemüseüberschuss haben aber beim Essen ist etwas ungewohnt. Es fehlt etwas. Etwas, das in Deutschland niemals fehlen dürfte, weil darauf das ganze Gericht aufbaut: Die Beilage. Ja, richtig, die Beilage. Man stellt hier die Gerichte nicht auf eine solide Basis wie Nudeln, Kartoffeln oder Reis. Nein, es ist durchaus möglich dass man sich z.B. mit Hackbällchen auf einer Gemüsepfanne konfrontiert sieht. Das muss man als Deutscher erstmal verarbeiten.


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