Monatsarchiv: September 2014

Schnapsladen

In Kanada kann man Alkohol nicht im Supermarkt oder an der Tankstelle kaufen, sondern nur in sogenannten „Liquor Stores“. Die meisten davon gehören dem Staat:

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Dort findet man dann alles mögliche. Von Bier über Wein bis zu Whisky, Rum,Vodka oder Schnaps – es ist alles an einem Ort. Das Angebot unterscheidet sich in jeder Filiale.

Die bei uns ist etwas größer und hat auch ein ganz gutes Angebot der Brauereien aus B.C.:

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Wenn man allerdings frisches Bier aus einer von Vancouvers zahlreichen kleineren Brauereien möchte geht man am besten direkt in deren, an die Brauerei angeschlossene, Kneipe („Brew Pub“).

Ist der Liquor Store groß genug, führt er auch deutsche Weine:

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Vertreten sind hauptsächlich Weine von der Mosel und dem Rheinland. Erzeugnisse aus Baden oder Franken konnte ich nicht entdecken.

Auch deutsche Biere kann man kaufen (hier „Schneider Weisse“ und „König Ludwig Weissbier“):

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Ich halte mich aber lieber an die örtlichen Spezialitäten. Die Kanadier können auch sehr gutes Bier brauen und das muss dann auch nicht um die halbe Welt geschifft werden.


Abschied vom Wells Gray

Heute war unser letzter Tag im Wells Gray Park. Wir haben noch eine kurze Wanderung zum Horseshoe des Clearwater River gemacht. Dort windet sich der grüne Fluss in Hufeisenform:

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Auf dem Weg zum Fluss geht ein kleiner Weg durch Gebüsch. Wir haben jede Menge Hinterlassenschaften von Elchen gesehen, die Elche jedoch selbst waren nicht zugegen. An einer Stelle haben wir Fellfetzen im Gebüsch verstreut gesehen – vermutlich hat da ein Bär vor ein paar Tagen gefrühstückt. Das einzige Tier das wir bei unserer Wanderung jedoch gesehen haben, war diese winzige Maus:

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Danach haben wir uns vom Wells Gray Provincial Park verabschiedet und sind unseren Heimweg von „nur“ 5 1/2h nach Vancouver angetreten. Es ist schön wieder Dusche und WC zu haben.


Clearwater Lake

Heute stand eine Kanutour auf dem Clearwater Lake auf dem Programm. An diesem See ist auch der Zeltplatz auf dem wir im Wells Gray Park übernachten. Der See macht seinem Namen alle Ehre. Das Wasser ist super klar:

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Nach ca. zwei Stunden paddeln auf dem See kamen wir an einen Zeltplatz. Dort kann man eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt machen. Die Wanderung führt durch einen urigen Wald, bei dem man denkt dass jederzeit ein Bär um die Ecke kommt:

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Am Rande des Weges sieht man viele Pilze:

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Die Wanderung ist nicht sonderlich lang, am Schluss aber recht steil. Der Aufstieg wird mit einer tollen Aussicht auf den See belohnt:

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Ein toller Tag für eine Kanutour:

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Auf dem Rückweg war es dann ziemlich windig und wir mussten ziemlich stark gegen den Wind ankämpfen. Aber wir haben es zum Ufer geschafft ohne zu kentern. Ein Glanzleistung, würde ich sagen.


Wasserfall Park

Gestern sind wir im Wells Grey Park angekommen. Der Park wurde uns von unseren Besuchern mehrfach wärmstens empfohlen, daher wollten wir ihn natürlich nicht verpassen. Gleich ein paar Meter nach der Parkgrenze sind die ersten Wasserfälle zu bewundern. Die Spahats Fälle donnern 75m in die Tiefe und bilden dabei einen neuen Canyon.

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Super beeindruckend!

Die nächsten Wasserfälle sind die Dawson Falls, meine Lieblings-Fälle im Park soweit.

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Dann kommt man an der Mushbowl vorbei.

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Und kurz danach erreicht man die Helmcken Falls. Diese Wasserfälle sind die bekanntesten im Park und mit 145m ziemlich hoch.

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Auch sehr beeindruckend. Aber am besten fanden wir die Bailey’s Chute. Hier kann man Ende August, Anfang September Lachse springen sehen.

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Springen ist fast schon eine Untertreibung, die Fliegen eher. Die Lachse wiegen bis zu 22pound (~10kg) und sind bis zu 85cm lang. Die Bailey’s Chute ist vielleicht 3m lang. Es ist unglaublich beeindruckend dass ein Fisch so weit und hoch springen kann. Und bei weitem nicht jeder Fisch schafft den Sprung oder zumindest nicht beim ersten Mal. Die meisten die wir gesehen haben sind wieder zurück gerutscht und probieren es dann wahrscheinlich nochmal, aber manche haben es auch geschafft. Super beeindruckend, da könnte man ewig stehen und auf den nächsten fliegenden Lachs warten. 🙂


(Nord-) Deutsche

Übrigens wollte ich noch anmerken dass wir Deutschen in British Columbias Norden bestens vertreten sind. Sei es als Touristen oder als Einwanderer. Dort oben hat es wahrscheinlich mehr deutsche Wurstfabriken als Einwohner. An fast allen Gästehäusern hängt eine deutsche Flagge und wo keine hängt, sind die Besitzer trotzdem Deutsche. 🙂 Aber das schönste Schild in diesem Zusammenhang haben wir in Moricetown entdeckt:

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„Herzlich Willkommen auf unserem Indianer Campingplatz“. Sehr nett.


Berg Lake Trail

Heute morgen sind wir in den Mt. Robson Provincial Park in den Rocky Mountains aufgebrochen. Dort gibt es einen netten Wanderweg, den Berg Lake Trail.

Schon auf der Fahrt in den Park sieht man Mt. Robson vom Highway aus:

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Der Berg ist mit fast 4000m der höchste der kanadischen Rocky Mountains.

Der Berg Lake Trail ist, im Gegensatz zu den meisten Wanderwegen in Vancouver, recht angenehm in der Steigung. Bis zum Berg Lake sind es jedoch 21km, also eine echte Herausforderung für eine Tagestour.

Der Weg führt an einem türkisblauen Gletscherbach entlang:

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Der Bach wird einige Male per Brücken überquert:

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An einer Stelle läuft türkises Gletscherwasser mit braunem Gletscherwasser zusammen und man kann gut die farbliche Trennung sehen:

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Man kommt an sehr hohen Wasserfällen vorbei, gespeist vom Gletscherwasser:

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Letzte Station für uns war „Falls of the Pool“:

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Ein toller Wasserfall, eine tolle Station zum umkehren. Die 21km bis zum Berg Lake haben wir also nicht ganz geschafft. Dafür gab’s aber eine Menge Kanadier die den Weg bis zum Berg Lake und zurück gerannt sind. Heute war nämlich zufälligerweise der „Berg Lake Marathon“. Respekt!


Berge und Holzfäller

Heute ging’s weiter nach Süden. Erste Station war das Holzfällerstädtchen Chetwynd:

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Dort gibt es neben unglaublich vielen gefällten Baumstämmen auch eine Menge „Chainsaw Carvings“ (Kettensägen Holzfiguren). Besonders gut gefallen haben mir die Wale:

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Folgendes Motiv ist schön kanadisch:

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Endstation für heute war Tête Jaune Cache. Dort hat Ursel einen tollen Campingplatz direkt am Fraser River entdeckt. Dieser ist hier noch türkisblau vom Gletscherwasser und keine braune Soße wie in der Nähe von Vancouver:

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Umgeben von den Rocky Mountains, konnten wir hier unser Zelt aufschlagen. Eine kleine Fahrradtour am Abend hat den Tag abgerundet:

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Richtung Süden

Heute war hauptsächlich Fahrtag. Von Fort Nelson ging es über einen recht monotonen Alaska Highway Richtung Süden. Die Straße war gespickt von Baustellen, sodass wir langsamer vorankamen als geplant. Zu allem Überdruß ist auch noch ein entgegenkommender LKW so dicht auf einem Baustellenabschnitt an uns vorbeigefahren dass wir uns vom aufspritzenden Kies einen Steinschlag in der Frontscheibe geholt haben. Naja, der Mietwagen ist zum Glück versichert.

Nach langer Fahrt sind wir dann vom Alaska Highway auf den Highway #29 abgebogen, wo der Verkehr und Landschaft gleich viel angenehmer wurden:

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In Hudson’s Hope haben wir eine Rast eingelegt. Dort gibt es ein kleines Freilichtmuseum das Stücke aus dem Leben der Siedler ausstellt:

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Ausserdem konnte man diese hübsche „Holzfällerkirche“ sehen:

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Die nette Frau in der Touristeninfo in Hudson’s Hope hat uns noch einen heissen Tip gegeben wo es schöne Stellen am Fluss gibt:

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Danach haben wir unser Zelt an einem malerischen See (Cameron Lake) in der kanadischen Wildnis aufgeschlagen. Ein gutes Ende für einen langen Tag.


Von Liard Hot Springs nach Fort Nelson

Gestern Morgen haben wir ein Bison auf unserem Zeltplatz hinter dem Duschcontainer entdeckt:

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Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir uns dann auf den Weg nach Fort Nelson gemacht. Am Straßenrand haben wir Ziegen in einem Geröllfeld gesehen:

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Dann ging es durch den Muncho Lake Provincial Park. Der Muncho Lake ist ein See der normalerweise eine stark jadegrüne Färbung hat. Leider kam die für uns nicht so richtig raus, da es stark bewölkt war:

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Dann sind wir weitergefahren und kamen an einer kleinen Gruppe Karibus (Rentiere), mit Jungtier, vorbei:

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Ein wenig später haben wir dann ein weiteres Karibu gesehen, diesmal mit einem beeindruckenden Geweih:

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Der weitere Verlauf der Strecke hat uns durch den Stone Mountain Provincial Park geführt. Dort sind wir ausgestiegen um eine kleine Wanderung zu unternehmen. Hat mich ein bisschen an die Schweiz erinnert:

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Der Aufstieg hat sich gelohnt, denn von oben hatte man ein tolles Panorama:

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Auf dem Rest des Weges nach Fort Nelson haben wir immer wieder Schwarzbären am Straßenrand gesehen:

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Kein Wunder also, dass die Besitzerin des Zeltplatzes in Fort Nelson uns erzählte dass sie in letzter Zeit regelmäßig Bären auf dem Gelände hatten. Sie war um unsere Sicherheit im Zelt besorgt und hat uns nahegelegt stattdessen ein Motel aufzusuchen.


Heiße Quellen, kalte Füße

Gestern Abend, nach einem langen Tag, wollten wir noch gemütlich in den heißen Quellen entspannen. Die Liard Hot Springs sind in ihrer natürlichen Umgebung und um dorthin zu kommen muss man erstmal einen Spaziergang durch Sumpfland unternehmen.

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Die heißen Quellen lohnen sich wirklich, es gibt zwei miteinander verbundene Becken. Im Ersten ist das Wasser extrem heiß, im Zweiten ist es um die 40°C.  Über Treppen steigt man in naturbelassene Becken mit Kies und Steinen am Boden. Und wenn man nicht aufpasst haut man sich den Zeh an den Steinen an (ist mir passiert, jetzt ist der Zeh blau und geschwollen…). Nach ausgiebigem Baden sind wir zurück zum Auto und haben unsere Kamera geschnappt für das zweite Highlight des Abends: Nordpolar Lichter. Da mein Zeh blau und geschwollen ist, hab ich nur Flip Flops angezogen. Nach ca. einer Stunde warten, meine Zehen waren tiefgefroren, konnte man am Himmel die ersten Lichter sehen.

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Am Anfang waren wir nicht sicher, ob wir Polarlichter sehen oder ob es die letzten Reste Sonnenlicht sind, aber dann wurdes es deutlichter,

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und noch deutlicher.

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Nach noch einer Stunde in Eiseskälte (8°C) haben wir beschlossen, wir gehen zurück zum Campingplatz und schlafen. Sobald wir bettfertig waren, ist der Himmel super grün gewesen und wir haben beschlossen, wir müssen zurück und die Polarlichter noch ein bischen länger bewundern. Diesmal hab ich meine Winterstiefel angezogen, weil sonst wären die Zehen warscheinlich abgefallen.

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Das zurück kommen hat sich auf jeden Fall gelohnt, weil die Polarlichter jetzt angefangen haben zu tanzen. Über den ganzen Himmel hinweg sind sie in windeseile getanzt. Super schön! Da nimmt man es doch glatt in kauf eine Nacht lang kalte Füße zu haben. Wir hatten beide bis zum Morgen kalte Füße.

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