Monatsarchiv: Juli 2014

Da geht ganz schön die Post ab

Heute wollte ich einen Brief nach Deutschland schicken. Also bin ich zur Postecke im 7 Eleven in unserer Nachbarschaft („in da hood“) gegangen:

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Da der Brief etwas schneller ankommen sollte als sonst, habe ich den netten asiatischen Herrn am Schalter nach meinen Möglichkeiten bezüglich der Zustelldauer gefragt. Prinzipiell gab’s zwei Optionen:

  • 1-2 Wochen: 61,00$ (!)
  • 3 Wochen: 2,50$

Als ich dann meinte dass das aber ein ganz schöner Preisunterschied sei, hat er mir nur lächelnd beigepflichtet. Ok, so eilig hat es mein Brief dann doch nicht.


Harrison Lake

Ungefähr 1 1/2h Stunden östlich von Vancouver liegt der Harrison Lake. Am Südende des Sees befinden sich die Harrison Hot Springs, heisse Quellen um die ein Hotel gebaut wurde um das Gebiet touristisch zu nutzen. Der See ist mit 220km² ca. halb so groß wie der Bodensee.

Freunde von uns sind in Harrison Hot Springs aufgewachsen und ihre Eltern haben dort ein Boot. Sie haben uns dieses Wochenende zu einer Bootstour auf dem See eingeladen. Da sagen wir natürlich nicht nein. Wenn man auf dem See unterwegs ist kann man schneebedeckte Gipfel der Kaskaden im Hintergrund sehen:

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Als erstes haben wir in an einem Dock angelegt in dessen Nähe sich ein Wasserfall befindet. Erst läuft man ein bisschen durch Gebüsch, dann ist man da:

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Wie man sieht gab’s dort jede Menge Sprühwasser. Ein spritziges Erlebnis – und ziemlich kalt!

Dann ging’s weiter über den See bis wir zu einer kleinen, windgeschützten, Bucht kamen. Dort haben wir zum Mittagessen geankert. Das Wasser war türkisblau und ziemlich kalt. Der See wird von Gletscherwasser gespeist:

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Nach einer Verdauungs- und Badepause ging es dann mit einem kleinen Abstecher über den Harrison River wieder zurück ans Land. Dabei haben wir unterwegs am Strand von Harrison Hot Springs diesen Wasserpark entdeckt:

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Dort gibt es alle möglichen aufblasbaren Geräte. Neben einer Riesen-Wippe hatten sie auch überdimensionale Rutschen und einen Luftsack auf den man draufspringen kann (links im Bild). Sieht definitiv nach ziemlich viel Spass aus.

Wieder im Harrison Yachtclub angekommen ging es dann an Land und anschließend nach Vancouver. Dort haben wir dann unseren Sonnenbrand bewundert. Ein gelungener Tag in wunderschöner Natur mit tollen Freunden.


Got Ham?

Wir haben ja vor kurzem einen Gutschein für das Gotham Steakhouse bei der Kissenschlacht Tombola gewonnen. Der Gutschein war für 100$, unsere Freunde meinten dazu nur: „das werdet ihr auch brauchen“. Und in der Tat, in der Weinkarte finden sich etliche Weine für 800$ und mehr. Aber wir sind ja nicht gekommen um überteuerten Wein zu kaufen sondern um ein bisschen auszugehen. Dresscode ist „Smart Casual“, das kriegen wir hin:

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Man betritt das Restaurant durch einen sehr imposanten Eingang. Sitzt man dann am Tisch, erklärt einem die Bedienung erstmal die verschiedenen Steaks und wie das alles funktioniert. Man bezhalt für alles separat: Fleisch, Beilagen, Gemüse. Das summiert sich am Ende ganz nett. In unserem Fall hatten wir ein Porterhouse Steak (63$), ein halbes gefülltes Hähnchen (33$), einmal Kartoffelbrei (7,50$), Spinat (11$), einen O-Saft (4$) und ein kleines Glas Gewürztraminer (11$) – was sich übrigens sehr lustig anhört wenn Kanadier versuchen es auszusprechen (noch lustiger hört es sich vermutlich an wenn wir versuchen es wie die Kanadier auszusprechen). 😀

Und so sieht’s auf dem Teller aus:

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Die Klientel im Restaurant war auch interessant. Hinter uns saß eine siebenköpfige chinesische Familie die aussah als ob sie einfach ganz normal zum Abendessen vorbeigekommen wäre (in Vancouver gibt es viele sehr reiche Chinesen). Und sonst sah man aufällig häufig ältere Herren jungen Damen gegenüber sitzen. Wir fühlten uns also rundum wohl.

Das Essen war sehr gut. Das Hühnchen super lecker und das Steak wirklich der Knaller. Aber ob ich dafür an normalen Tagen und ohne Gutschein über 150$ (Trinkgeld nicht vergessen) bezahlen würde – ich bezweifle es ernsthaft. Aber jeder hat ja so seine eigenen Prioritäten. Es war auf jeden Fall toll dass uns der Gutschein den Besuch ermöglicht hat.


Skulpturen aus Sand

Letztes Wochenende war in Parksville die „Quality Foods Canadian Open Sand Sculpting Competition and Exhibition“. Das ist ein Wettbewerb auf Vancouver Island bei dem internationale Künstler Skulpturen aus Sand erstellen – also quasi Sandburgen bauen für Profis. Das gibt es nicht alle Tage, also Koffer gepackt und rüber auf die Insel. Am Freitag Abend wurde auf dem Sportplatz der Lego Film gezeigt (umsonst & draussen). Das war echt nett, denn den wollten wir die Woche davor schon bei einem Freiluftkino in Vancouver im Stanley Park anschauen, wo es aber dann zu voll war.

Zuvor konnten wir noch über den Zaun einen ersten Blick auf das Gelände der Sandkünstler erhaschen. Der Wettbewerb, mit dem Thema „Musik“, wurde am Freitag eröffnet und folglich sah es dort noch ein bisschen aus wie auf der Baustelle:

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Am Tag darauf haben wir dann den Strand genossen und sind ein bisschen in dieser tollen Anlage Minigolf spielen gegangen:

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Hat mich total an Holland erinnert. Und alles sehr liebevoll hergerichtet – sogar das Wasser haben sie mit Farbstoff blau gefärbt.

Danach haben wir nochmal bei den Sandkünstlern vorbeigeschaut. Man konnte schon recht gute Fortschritte sehen:

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Am Sonntag wurde der Wettbewerb dann abgeschlossen, denn die Künstler hatten genau 24h Zeit ihre Stücke fertigzustellen. Um Schlag 15:00 – also nachdem Deutschland Weltmeister war 🙂 – hiess es dann „Arbeit niederlegen“. Dann konnte man die fertigen Werke der ca. 15 Künstler bewundern.

Hier ein Paar auf einer Schallplatte:

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Eine beeindruckende Sandburg von Künstlern aus Mexiko und USA:

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Diese detailreiche Naturszene wurde von einem Teilnehmer aus den USA gefertigt:

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Das Vater-Tochter-Team aus Québec hat dieses tolle Kunstwerk gezaubert:

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Es wird gerade mit einer Flüssigkeit besprüht die es über mehrere Wochen konserviert und gegen Wind, Wetter und Vögel schützt. Die Ausstellung ist noch bis zum 17. August offen.

Der Wettbewerb war sehr beeindruckend und es ist erstaunlich wie viel Detail man in Sandskulpturen packen kann. Wer die Möglichkeit hat mal sowas zu besuchen, dem sei es wärmstens empfohlen.


Gekochte Hühnerfüße

Am Sonntag hat uns eine Freundin gefragt ob wir mit kommen wollen zum Dim Sum essen. Das sind chinesische Tapas oder Häppchen. Als sie sagte dass es da gekochte Hühnerfüße gibt (ihr Leibgericht – sie ist halb Chinesin) dachte ich mir, da muss ich hin. Ich will ja immer alles einmal probieren, daher habe ich Achim überredet und los ging’s. Das Restaurant war richtig schön chinesisch, die ganze Karte in chinesisch mit englischem Untertitel. Man bestellt, indem man auf die Karte schreibt wieviel man von was möchte.

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Das scheint in Asien recht weit verbreitet zu sein, bei manchen Sushi-Läden ist das auch so.

Nach einer Weile kamen dann unsere Gerichte. Da wir zu sechst waren und jedes Gericht nur ein kleiner Happen ist, kamen ziemlich viele.

Angefangen hat es mit diesen schleimigen Knödeln. So etwas wie eine Fischfrikadelle in eine Reisnudel gewickelt und dann gekocht.

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Darauf folgten noch jede Menge weitere, in Reisnudeln eingewickelte, Frikadellenvariationen. Wer keine Reisnudeln mag, kann in Teig gekochte oder gebackene Soßen essen. Das kommt auch in verschiedenen Variationen. Daher ist für jeden etwas dabei.

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Und dann gab es natürlich noch das Highlight des Tages, die gekochten Hühnerfüße.

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Am gruseligsten, muss ich sagen, fand ich dass sie aussehen wie gekochte Kinderhände. Das hat mich doch einiges an Überwindung gekostet da rein zu beißen. Geschmacklich könnte man auch einfach gekochte Hühnerhaut in einer guten chinesischen Soße essen. Aber da würde natürlich der Gruselfaktor fehlen. 🙂

Abgeschlossen haben wir das Ganze dann mit Dessert. Das Eiertörtchen war nicht schlecht aber doch eher gewöhnungsbedürftig, weil es schmeckt wie Ei mit Zucker.

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Alles in allem ’ne super Erfahrung aber ich glaube einmal im Leben gekochte Hühnerfüße ist genug für mich.


Ashcroft und Lytton

Heute Morgen sind wir von Cache Creek nach Ashcroft gefahren. Ashcroft ist ein kleines historisches Goldgräberstädchen am Thompson River:

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Die Gegend um Ashcroft ist eine der trockensten Gegenden Kanadas. Sie ist nicht weit vom Okanagan Valley entfernt – und ebenso wüstenähnlich:

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Die Gegend wird auch liebevoll als „Arizona mit Wasser“ bezeichnet. Sie erinnert in der Tat an die Wüstenstaaten im Wester der USA.

Wir haben uns gedacht dass es doch toll wäre dort etwas wandern zu gehen:

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Zum Glück hatte ich meinen Regenschirm dabei, der auch als Sonnenschirm gute Dienste geleistet hat. In dieser extremen Hitze ist jedes bisschen Schatten äusserst willkommen. Aber obwohl es super heiss ist, gibt es dort auch jede Menge Leben. Neben zig Heuschrecken haben wir auf unserer kurzen Wüstenwanderung auch größere Tiere gesehen:

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Bei dem Wetter kann man aber nicht wirklich wandern, deshalb ging’s schon bald weiter auf dem Highway #1 Richtung Lytton:

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In Lytton kann man sehen wie der Thompson River (grün – von rechts) in den Fraser River (braun – von oben) fließt:

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Grünes Gletscherwasser trifft braune Soße. Sehr imposant, die farbliche Trennung.

Nach ordentlich Eis zum Abkühlen, ging’s dann durch das Fraser Valley wieder nach Vancouver. Wer hätte gedacht dass heiss und kalt so nah beieinander liegen können?