Monatsarchiv: März 2013

Abschied von der Insel

Nachdem wir heute morgen mit einem ordentlichen Muskelkater vom Surfen gestern aufgewacht sind mussten wir leider schon wieder unsere Sachen packen um die Heimreise anzutreten. Zuerst haben wir einen Zwischenstop im Pacific Rim National Park Reserve gemacht. Dort gibt es verschiedene Wanderwege. Wir haben uns für den Themenpfad mit den Ureinwohnern entschieden. Hier sieht man z.B. eine der Statuen, die die Urvölker bei ihren Siedlungen aufgestellt haben:

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Sie zeigt einen Adler, einen Orka und einen Bär der vermutlich Lachs isst. Der Wanderweg führt durch Regenwald. Davon gibt’s hier ja jede Menge. Dieser sah aber besonders urig aus. So, wie man sich Regenwald vorstellt:

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Danach sind wir weiter Richtung Ucluelet (wie spricht man das jetzt genau aus?) gefahren. Dort gibt es, neben jeder Menge Möglichkeiten zum Surfen, auch einen sehr schönen Rundweg: den Wild Pacific Trail. Dieser 2,5km lange Pfad bietet herrliche Blicke auf den Pazifik und mit etwas Glück auch auf seine Bewohner. Als wir ausgestiegen sind haben wir schon die Seelöwen gehört. Leider konnten wir jedoch keine sehen. Aber man hat einen grandiosen Blick auf die kleinen Inseln beim Ort:

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Der Pfad führt weiter, am Meer entlang, an einem Leuchtturm vorbei. Dort hat sich plötzlich eine kleine Gruppe gebildet. Eine Frau hat uns dann gezeigt warum: man konnte Wale sehen! Sie waren zu weit weg um die Tiere zu erkennen, aber sie meinte es wären wahrscheinlich Grauwale, weil die um diese Jareszeit gewöhnlich dort vorbeikommen. Wer entdeckt die Fontäne im Bild?

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Das war mein erstes Mal dass ich Wale (bzw. deren Fontäne) in echt gesehen habe. Sehr cool! Der Pazifik ist einfach der Hammer. Und mit dem Wetter könnte man fast meinen man sei in Kalifornien:

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Super geil – danke Gott! Danach mussten wir dann leider schon nach Nanaimo um die Fähre auf’s Festland zu nehmen. War wirklich ein sehr schöner Abstecher auf die Insel – wir werden sie vermissen. Einen Spruch haben wir auf jeden Fall mitgenommen: „Relax, this is not the mainland“.


Der perfekte Tag zum surfen

Heute waren wir surfen! Der Besitzer von dem Bed and Breakfast in dem wir gerade wohnen, ist ein Surflehrer und hat uns heute zum surfen mitgenommen. Bei unserem Frühstück lag ein total netter Zettel auf dem stand: „Heute ist der perfekte Tag zum surfen“ – und er hatte recht.

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Der perfekte Tag zum surfen: es war warm, die Sonne schien, kaum ein Lüftchen weht, der Typ im Bild hat noch nicht mal einen Neopren-Anzug an…

Wir hatten welche an – das sieht in meinem Fall dann ziemlich schrecklich aus.

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Bei Achim hingegen ziemlich professionell.

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Ähnlich hat es sich dann auch mit unseren Surf-Erfolgen verhalten. Achim konnte nach ein paar Minuten auf dem Brett stehen, ich hingegen war nach ein paar Minuten total erschöpft. Für alle die noch nicht surfen waren: man liegt auf dem Brett im Wasser, paddelt mit seinen Armen weg von der Welle – damit man möglichst schnell ist wenn die Welle dann unter einem ist – und dann geht der Spass so richtig los. Man macht so etwas wie eine Liegestütze (kann ich nicht) dann zieht man seine Beine zwischen die Arme und kniet auf dem Brett. Nun kommt das Aufstehen, man muss sich drehen, so dass ein Fuss weiter vorne ist als der andere und dann steht man zuerst mit seinem Vorderfuss, und dann ganz auf. Das alles funktioniert natürlich nur wenn man das Gleichgewicht hält, sonst fliegt man im hohen Bogen ins Wasser – und da man auf einer Welle reitet, natürlich mitten in die Welle. 🙂 Erstaunlicherweise macht das Ganze trotzem Spaß.

Nach unseren drei Stunden surfen sind wir zurück zum gleichen Strand zum Sonnenbaden, in Bikini und Badehose, leider wurde es nach einer halben Stunde etwas frisch, aber wir wollten ja eh noch mehr sehen… Also sind wir zum Schooner Beach, einer der bekanntesten Strände hier. Faszinierend ist, dass obwohl es so warm ist, in den Bergen eine Menge Schnee liegt.

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Um zum Strand zu kommen muss man, wie so oft in Kanada, erstmal durch tiefen Urwald spazieren.

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Dieser Wald war mal wirklich Urwald, totales Chaos und überall grün. Cool war auch dass man den ganzen Weg über auf einem Steg geht. Dadurch wird der Wald geschützt, weil niemand querfeldein geht. Hier nochmal Schooner Beach von einer anderen Richtung.

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Nachdem wir eine Weile am Schooner Strand entlang spaziert sind, sind wir wieder zurück nach Tofino gefahren. Direkt am Ortseingang hat man diesen tollen Blick:

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Cool finde ich an der Gegend dass man einerseits am Pazifik ist und man die Wellen und die Weite vom Pazifik hat, aber andererseits hat man auch extrem viele Inseln und Buchten. Im Bild oben sieht man das Meer und nicht etwa einen großen See und jeder grüne Berg ist eine Insel.  Der krönende Abschluss des Tages war dann ein Spaziergang zum Strand, fünf Minuten vom Haus entfernt, um den Sonnenuntergang zu bewundern:

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Hübsch, oder? Und hier noch in die andere Richtung. Da wünscht man sich doch ein Haus am Meer…

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Wasserfälle und Wolfswälder

Gestern mogen ging’s von Nanaimo Richtung Tofino. Tofino ist das Surferparadies von British Columbia und liegt an der Westseite von Vancouver Island. Im Gegensatz zu Vancouver hat man hier also „echten“ Pazifik (ohne vorgelagerte Inseln). Auf dem Weg kommt man an jeder Menge netter Wasserfälle vorbei. Erste Station waren die Englishman River Falls. Das erste was man sieht, wenn man über die Brücke bei den  „Lower Falls“ läuft, ist dieses Schild:

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Spiegelt ganz gut die nordamerikanische Mentalität wieder: „Was, 3m hohe Brücke mit Steinen im Fluss? Geil, da spring‘ ich runter!“ 🙂

Der obere Wasserfall sieht richtig nett aus. Das Wasser fließt im 90° Winkel in eine enge Schlucht:

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An den Wasserfällen am zweiten Fluss, den Little Qualicum Falls, floss auch ganz schön viel Wasser den Bach runter:

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Danach kamen wir noch an der Cathedral Grove vorbei. Das ist ein Wald mit riesigen Douglasien, manche davon über 800 Jahre alt. Nicht ganz so groß wie die Redwoods, aber trotzdem sehr beeindruckend:

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Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter, es war super sonnig. Das ist wohl im März nicht so häufig der Fall. Die Gipfel von Vancouver Island waren immer noch mit jeder Menge Schnee bedeckt:

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An einem Fluss haben wir noch einen kleinen Zwischenstop gemacht. Yeah, kanadische Wildnis:

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Da konnte man dann nochmal richtig die Sonne genießen:

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In Tofino angekommen zog dann leider erstmal Nebel auf. Aber das macht ja nix, es war ja auch schon spät. Wir haben dann beschlossen noch ein bisschen zum Strand zu gehen, es hat allerdings schon leicht gedämmert. Zum Strand geht es von unserer Unterkunft ca 1,5km durch den Wald. Am Anfang des Pfades hing dann ein Zettel dass im Wald regelmäßig Wölfe gesichtet werden und man halt ein bisschen aufpassen soll. Wenn einer kommt, soll man groß wirken, Krach machen, Pfefferspray dabei haben und wissen wie man es einsetzt. Natürlich hatten wir kein Pfefferspray dabei und sonderlich groß sind wir auch nicht. Egal, auf durch den Wald zum Strand. Unten angekommen hat ziemlich mystische Nebelstimmung geherrscht. Also nix mit Sonnenuntergang geniessen (dazu war’s auch schon zu spät). Also wieder zurück durch den Wolfswald und ab ins Bett. Gute Nacht!


Reif für die Insel

Karfreitag ist hier auch Feiertag. Deshalb haben wir uns gestern mit der Fähre auf nach Vancouver Island gemacht um dort das lange Wochenende zu verbringen. Los ging’s von der Horseshoe-Bay nach Nanaimo:

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Wir hatten bestes Wetter um auf die Insel überzusetzen. Nanaimo ist eine nette Hafenstadt auf Vancouver Island:

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Dort steht unter anderem ein Kanonenturm, der früher zur Verteidigung der Stadt gedient hat:

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Generell stehen in Nanaimo jede Menge „alte“ nette Häuschen rum. Auch das Hafenviertel hat Charme:

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Neben netten Häusern hat Nanaimo aber auch kulinarisch etwas zu  bieten. So gibt es in Kanada ein eigens nach der Stadt benanntes Gebäckstück: Die Nanaimo-Bar:

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Sieht von weitem ziemlich lecker aus. Wenn man reinbeisst muss man jedoch feststellen dass man es hier mit einem relativ festen und seltsamen Teig mit Nüssen zu tun hat, darüber kommt dann eine Schicht Butter und dann eine recht fettlastige Schokoglasur. Tarnt sich als Donauwelle, ist aber keine…


Lighthouse Park

Am Samstag haben wir unsere Schönwetter-Periode ausgenutzt und sind in den Lighthouse Park gefahren. Mit dem Bus braucht man von unserer Wohnung aus ca. eine Stunde. Das rumgegurke lohnt sich aber total. Der Park hat seinen Namen wegen einem Leuchtturm, zu dem man nicht hinspazieren kann, weil er eingezäunt ist… Man kann ihn aber sehen.

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Sehr nett anzusehen, wenn auch schon ein bischen heruntergekommen. Aber das kennen wir ja schon. 🙂 Ansonsten ist das Highlight des Parkes das Meer. Ausnahmsweise hat man eine fast freie Sicht auf das Meer nur ganz schwach im Hintergrund ist Vancouver Island zu sehen.

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Und natürlich die Steine. Im Normalfall sind die Strände in der Stadt aus Sand, im Lighthous Park allerdings sind die Strände aus Stein. Man kann wunderbar herumklettern und sich einsame Plätzchen suchen. Selbst an einem Schönwettersamstag kann man einigermaßen einsam sein und die Sonne in vollen Zügen auf einem Stein liegend genießen. Wenn gerade kein Wind wehte bekam man glatt Lust baden zu gehen. Aber leider ist es doch noch etwas kalt. 🙂

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Auch total schön ist der Wald hinter den Felsen. Er wird von sehr vielen Spazierwegen durchzogen. Man kommt auf ihnen zu unterschiedlichen Stränden und auf den Gipfel. Da mussten wir natürlich auch hin. Gerade als wir ankamen ist ein junger Weißkopf-Seeadler keine 5 Meter über uns in der Luft gekreist.

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Leider war er sehr schnell weiter oben, ohne einmal mit den Flügeln zu schlagen. Das ist schon sehr faszinierend, wie schnell sich Adler mit der Thermik bewegen können.

Insgesamt ein sehr schöner Tag, Achim hat mit seinem neuen Spielzeug dem iPod Touch ein Panorama Foto gemacht. Da bekommt man nochmal einen besseren Eindruck wie es da so aussieht (drauf klicken).

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Törtchen

Gestern war Purple Day, ein Tag um größeres Bewusstsein für Epilepsie zu schaffen. Da einer meiner Arbeitskollegen unter Epilepsie leidet, hat er Fakten zum Thema mitgebracht. Neben den interessanten Informationsblättern gab es dann noch Törtchen, passend zum Namen des Tages:

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Obwohl ich schon wusste was passieren wird, konnte ich bei diesem Anblick einfach nicht widerstehen: ich musste eins probieren. Nachdem mir schon nach dem ersten Biss der Magen weh tat, war ich froh dass es nur ein kleiner Cup Cake war. Es ist immer wieder erstaunlich wie viel Zucker die Nord-Amerikaner auf so kleinem Raum unterbringen können…


The Lion’s Den

Am Sonntag hat uns ein Freund ein nettes Café gezeigt: das Lion’s Den. Es ist ein recht originelles, kleines und gemütliches jamaikanisches Restaurant am Kingsway und Fraser in East Van:

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Es gibt nur relativ wenige Tische und das Essen ist echt günstig. Für 7,99$ gab’s ein „kleines“ jamaikanisches „Jerk Chicken“:

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Ziemlich scharfe Angelegenheit aber sehr lecker. Spektakulär ist aber nicht nur das Essen. Im Restaurant steht ein ausgestopfter Löwe:

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Der originelle Besitzer des Cafés erzählt einem auch gerne die Geschichte des Löwen. Und weil gerade sein Geburtstag war, haben wir sogar ein Stück von seiner Geburtstagstorte abbekommen:

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Nett, oder?