Monatsarchiv: Juli 2012

Seattle

Seattle ist eine richtige Großstadt. Hier gibt es viel Kunst und Kultur und eine nette Altstadt:

Neben gemütlichen Cafés und Bars gibt es ausgefallene Gebäude:

Die Stadt erinnert mich ein bisschen an Berlin. Das Wahrzeichen von Seattle ist die „Space Needle“:

Da kann man für nur $19 nach oben fahren und über Seattle schauen. Allerdings, ihr seht es schon, war das Wetter bei uns nicht das beste. Wobei – es hat nicht geregnet. Wir hatten wohl Glück, Seattle muss sehr verregnet sein.

Zur Space Needle kann man mit einer Monorail fahren. Das ist eine einschienige Bahn. Leider ist es aber keine Magnetschwebebahn wie der Transrapid, sondern eine die auf Rädern läuft. Aber man fährt durch abgefahrene Gebäude in den Bahnhof ein:

Dieses Bild zeigt den Bahnhof beim Seattle Center. Dort ist eine Ausstellung „Garden and Glass“, bei der viele Glasbläser ihre Kunst ausgestellt haben. Sehr beeindruckend:

In der Innenstatd steht die Bücherei von Seattle. Auch dieses Gebäude besticht durch eine besondere Architektur:

Drinnen gibt es ein Stockwerk in dem alles rot ist, den „Red Floor“:

Die Rolltreppen wirken ziemlich spacig:

Der Frank könnte euch jetzt sicher sagen was das hier für ein Architekturstil ist. Auf jeden Fall ist es sehr interessant.

Hier gibt es natürlich auch das übliche Chinesenviertel mit imposantem Eingangstor:

Wie waren in einem gemütlichen Pub etwas trinken. Auf dem Weg dahin haben wir mal wieder bemerkt dass in USA die Bordsteine schon deutlich früher hochgeklappt werden wie in Deutschland. Um ca. 22:30 sind wir losmarschiert und da hatten nur noch sehr wenige Kneipen auf. Auch waren fast keine Leute mehr unterwegs. Tja, sind halt nicht so viele Studenten hier unterwegs, die am nächsten Tag ausschlafen können. 🙂

Seattle gilt, wie Portland, als amerikanische Ökostadt. Hier hat jemand Bäume blau angemalt um auf Umweltschäden hinzuweisen:

Sieht lustig aus.

Das geht:

  • Gemütliche Irish-Pubs mit europäischen Öffnungszeiten – hier gab’s sogar leckeres „Pork-Schnitzel with Spaetzle“!
  • Monorail fahren – yeah, fast wie im Europapark… 🙂
  • Der große Markt in der Innenstadt – wie das Freiburger „Fressgässle“ in riesig.

Das geht nicht:

  • Keine Tageskarte für die Öffis – gibt’s nur für Wochenenden und Feiertage
  • Das Wetter in Seattle – immerhin hat’s nicht geregnet
  • Die Schokoladen-Preise: $4,50 für zwei Pralinen („$50/lb is the common chocolate price“)
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Mount St. Helens

Mount St. Helens ist, wie der Name schon sagt, ein Berg. Das spezielle an dem Berg ist, er ist gleichzeitig auch noch ein Vulkan. Der Vulkan ist das letzte Mal 1980 aktiv gewesen. Bei diesem Rießenausbruch ist der Berg um 400 Meter geschrumpft. Dabei hat sich die Landschaft drumherum stark verändert. Jetzt ist der Berg und ein großer Bereich drumherum als Volcanic Monumant ausgezeichnet.

Hier ist der Rest des Berges. Immernoch ganz schön hoch und, wie man sieht, voller Gletscher. Dadurch dass wir so hoch oben sind blühen überall Wildblumen, was der ganzen Gegend einen besonderen Charme gibt.

Unsere erste Atraktion war eine Lava-Höhle. Ein langer natürlich entstandener Tunnel der rundum aus alter Lava besteht.

Im Tunnel selber gibt es kein Licht, aber jeder Tourist hat irgendeine Lampe dabei. Am Anfang dachte ich es wäre daher bestimmt hell im Tunnel. War es aber nicht – es war stockfinster. Das Licht hat in dem schwarzen Gang keine große Reichweite. Manchmal haben wir unser Licht gelöscht nur um zu sehen dass man nichts sieht. Dafür hört man unglaublich viel, da es extrem hallt. Nach ca. einer Meile (1,6 km) endet der Gang.

Auf dem Rückweg haben wir streckenweise ganz auf Licht verzichtet und sind so voran geschlichen. Eine interessante Erfahrung.

Sobald wir wieder im Sonnenlicht waren haben wir uns zum Lavacanyon aufgemacht.

Das ist eine Schlucht mit einem schnell fließenden Bach. Das Wasser des Baches ist eisblau und sieht extrem kalt aus. Wir haben eine kleine Wanderung am Rand des Canyons lang gemacht und die Ausblicke genossen.

Ziemlich am Ende der Wanderung kommt eine Hängebrücke und ich kann mit Stolz sagen ich bin ohne zu zaudern darübergegangen – und das trotz Höhenangst!

Übernachtet haben wir dann an einem der vielen wunderschönen großen blauen Seen.

Am nächsten Tag ging es dann weiter den Berg hinauf. Nach einer Weil konnte man ganz gut erkennen dass hier eine Naturkatastrophe stattgefunden hat. Überall liegen oder stehen tote Bäume. Und zwischendrin ist neues Leben. Diese Bäume sind durch die Druck- und Hitzewelle beim Vulkanausbruch gestorben. Sie stehen imposante 17 Meilen vom Ausbruch entfernt.

Dieser See (Spirit Lake) sieht auf diesem Bild ein bischen aus wie die Erde von oben. In ihm ist eine gewaltige Menge Asche, Lava und Gletschereis gelandet. Dadurch hat sich eine große Welle ergeben, die wiederum die schon durch die Druck- und Hitzewelle gestorbenen Bäume mit sich zurück in den See gezogen hat. Seither liegen unglaublich viele tote Bäume im See und vermodern langsam. Und bilden ganz nebenbei schöne Muster. Durch das ganze Zeug ist der Seespiegel um mehrere Meter angestiegen, so dass jetzt mitten im See und unter Wasser eine Lodge begraben ist.

Der Ausbruch muß unvorstellbar gewaltig gewesen sein.

Ganz nebenbei haben wir noch ein paar andere Sachen entdeckt. Zum Beispiel diese Raupen im Gebüsch.

Und als wir schon ein ganzes Stück vom Mount St. Helens entfernt waren hatten wir das Glück eine Dampflock in vollem Betrieb zu sehen.

Ist die nicht schön? Wie aus dem Bilderbuch!


Portland, Peter und das Bier

Nachdem es an der Küste super-neblig war, haben wir beschlossen auf etwas direkterem Wege nach Portland zu fahren. Also haben wir den schönen Pazifik verlassen und sind auf die Interstate.

Kaum waren wir 30km im Landesinneren kam auch schon die Sonne raus. Die Wettergrenzen hier sind echt erstaunlich. In Portland wurden wir dann von Sonnenschein und Freiburger Flair empfangen. Die Leute sitzen draussen in Cafés und geniessen die Sonne. Es sind viele junge Leute unterwegs und man hat das Gefühl dass sich alle irgendwie wohl fühlen. Und was uns natürlich gleich ins Auge gesprungen ist: man trennt den Müll.

Wow, das ist fortschrittlicher als in Freiburg. Aber ansonsten kann man Portland echt mit unserer Heimatstadt vergleichen. Es gibt viele Strassenbahnen und Busse, die man in der Innenstadt sogar kostenlos benutzen darf:

Gestern morgen sind wir also in den Bus Nummer 9 gestiegen um uns die Innenstadt ein bisschen anzuschauen. Gerade als ich mich hinsetzen wollte wurde ich freundlich begrüßt: Da saß plötzlich der Peter, einer meiner ehemaligen Chefs, im Bus! Wie geil ist das denn! Habe mich riesig gefreut ihn hier zu treffen. Die Situation war ziemlich unwirklich, aber es war total nett mal wieder jemanden bekannten zu treffen (einfach so in Portland – im Bus!). Er ist auch gerade in der Gegend unterwegs. Wir hatten zwar vor ein paar Wochen E-Mail Kontakt deswegen, haben es aber beide wieder vergessen. Aber zum Glück ist die Welt ja so winzig klein… 😉 Schön. 🙂 Vielleicht treffe ich ja zufällig noch mehr Inxmailer. Hat nicht noch jemand Lust spontan nach Seattle zu kommen?

In Portland findet gerade das „Oregon Brewers Festival“ statt. Das ist ein Bier-Festival bei dem viele kleine Brauereien ihr Bier vorstellen. Eigentlich hatten wir nicht vor hinzugehen da wir nicht so die Biertrinker sind, aber da wir gerade zufällig dran vorbei kamen, haben wir dieses kulturelle Ereignis natürlich mitgenommen. Am Eingang wird man strengstens auf sein Alter kontrolliert. Als die Frau am Eingang treffend feststellte dass ich keinen amerikanischen Ausweis habe musste ich meinen Reisepass vorzeigen. Fast wie am Flughafen. Aber dann waren wir drin.

Jetzt konnte es losgehen: Man kauft sich einen Becher für 6$ und dann Holzmärkchen für jew. 1$. Für ein Holzmärkchen bekommt man eine Probierportion, für vier Märkchen wird der Becher voll gemacht. Wir haben uns dazu entschieden erstmal vorsichtige vier Märkchen zu kaufen.

Man hat ja schon einiges über das amerikanische Bier gehört. Nun ja, die Verkostung war folgende:

  • „Cherried Alive“ von der Brauerei „Old Market Pub and Brewery“ – Das war ein Bier mit Kirschgeschmack, also ein bisschen belgischer Stil. Aber bei weitem nicht der Geschmack den die Belgier hinbekommen. Bewertung: Man hat gezahlt, also trinkt man es auch. Zum Glück war es nur eine Probierportion.
  • Danach „Huckleberry Hound IPA“ von „Alameda Brewing Co.“ – Du meine Güte, da passt man einmal nicht auf und schon hat man wieder ein Bier mit Obst drin. Diesmal mit Heidelbeere. Wir waren froh als diese Probierportion endlich geschafft war.
  • Beim nächsten waren wir vorsichtiger. Bloss nichts mehr mit Fruchtgeschmack erwischen! Also gab’s ein „Kili Wit“ der „Logsdon Farmhouse Ales“. Das war jetzt eher so, wie man sich ein amerikanisches Bier vorgestellt hat: Wenig Geschmack und ziemlich wässrig. Aber schonmal wesentlich besser als die ersten beiden.
  • Zum Abschluss haben wir beschlossen ein Bier zu probieren dass im deutschen Stil gebraut wird. Davon gab es nämlich auch ein paar. So zum Beispiel das „Sprecher Mai Bock“ der „Sprecher Brewery“. Der gute Mann hat das Brauhandwerk in Augsburg gelernt und das schmeckt man auch. Endlich ein Bier das man auch trinken kann. Fazit: Geht doch! 🙂

Also ihr merkt schon, wir waren geschmacklich nicht so begeistert. Aber dafür war die Stimmung so richtig in Fahrt:

Zum Abschluss bleibt also zu sagen: Die Amerikaner sind wesentlich bessere Musiker als Braumeister und Portland ist eine tolle Stadt. Nur das Wetter ist hier leider nicht ganz so gut wie in Freiburg. Dafür ist der Fluss aber wesentlich größer. 🙂


Durch die Redwoods nach Norden

Auf dem Weg nach Norden sind wir in der kleinen Ortschaft Frendale vorbeigekommen. Dort stehen noch viele Häuser im viktorianischen Stil. Sieht nett aus:

Und natürlich sind die Autos auch richtig amerikanisch:

Wir hatten mal wieder Glück und das Wetter war gut. Auch ein riesiger Schmetterling hat die sonne genossen:

Als nächstes haben wir die Redwood National- und State-Parks angesteuert. Wie der Name schon sagt kann man auch hier wieder durch Wald mit riesigen Redwood-Bäumen wandern. Das Schutzgebiet hat die alten Bäume vor der Holzindustrie gerettet.

Wenn man hier so durch den Wald wandert, hat man das Gefühl total im Urwald zu sein. Und mit etwas Glück trifft man auf den ein oder anderen Waldbewohner:

Die Elche die wir gesehen haben, lagen allerdings nicht im Wald, sondern auf einer Wiese direkt am Straßenrand:

Die Nacht haben wir im „Backcountry“ auf einem kostenlosen Campingplatz verbracht. Das sind abgeschiedene Campingplätze für Wanderer für die man eine extra Erlaubnis vom National Park Service braucht. Eigentlich schön, die Geschichte. Nur war es bei uns so extrem neblig dass am nächsten Morgen alles total nass war. Aber trotz des dicken Dauernebels sind wir noch am Meer vorbei um in ein paar „Tidepools“ nach Meeresbewohnern ausschau zu halten. Tidepools sind Becken die sich bei Ebbe am Strand bilden. Meerestiere- und Pflanzen die dort eingeschlossen sind, müssen auf die nächste Flut warten, bis sie wieder zurück ins Meer können. Neben Seesternen, tausenden von Muscheln und kleinen Krebsen konnten wir auch diese Anämonen sehen:

Und weiter geht’s durch den nebligen Wald nach Norden.


Vertrauen

Kürzlich haben wir auf einem Campingplatz übernachtet und festgestellt dass die Brücke, über die wir eben gefahren sind, auf Holzsäulen steht. Zum Glück waren wir schon drüber.

Die Brücke war ziemlich lang und ich bin mir sicher dass in Deutschland keine Brücke dieser Größe auf Holzsäulen steht. Wie gesagt, wir waren ja schon drüber und sie hat wunderbar gehalten. Daher kein Grund zur Sorge. Am nächsten Tag kam die nächste Brücke, die mir dann den Rest gegeben hat.

Ich stelle fest ich bin ganz schön deutsch und liebe die ganzen Regelungen zu meiner Sicherheit wie zum Beispiel den TÜV. Ich für meinen Teil bezweifle, dass diese Brücke über den TÜV käme.  Aber auch diese Brücke hat gehalten und ich muss mir selber sagen: Hab‘ vertrauen, die Leute hier sind auch nicht blöd. Höchstens ein bisschen risikobereiter. 🙂


Sonne, Strand und Meer

Wir sind wieder auf dem Highway #1 und wir haben schon wieder unverschämt Glück mit dem Wetter – es scheint die Sonne. Die Küste nordlich von San Francisco ist wunderschön.

Es ist ähnlich wie beim Beginn unserer Reise. Tolle Steilküsten mit vorgelagerten Felsen, unglaublich blaues Wasser, wunderschön. Neu ist, dass auf den Hängen Gras, Blumen und sogar Bäume wachsen.

Und es ist noch weniger los als im Süden. Es gibt Buchten mit feinem weißem Strand in denen niemand ist. Buchten, in die man höchstens per Boot kommt und Buchten zu denen ein Weg führt. Ganz häufig fließt ein Bach durch die Bucht ins Meer, das macht das Ganze noch malerischer.

Auf unserem Weg der Küste entlang haben wir diese Kapelle entdeckt.

Noch ein Stück weiter kommen dann die ersten Redwood-Riesen. Damit sie nicht ganz so auffällig sind stehen sie in einem Wald aus lauter, für unsere Verhältnisse, riesen Bäume.

Manche Bäume sind allerdings so groß, dass auch das nicht mehr hilft. Sie fallen einfach auf. Dieser Riese lebt noch. Andere sind vom Wind umgefallen und entwurzelt worden.

Manchmal sind die Bäume innendrin hohl und man kann reinklettern oder wenn der Baum noch steht reinkriechen, bzw gehen. Manche Öffnungen sind so groß, das ganze Familien schutz vor einem Gewitter im Baum suchen können. In diesem Baum hätte man auch zu mehreren Platz.

Manche Bäume sind von den Menschen bearbeitet worden. Durch manche kann man durchfahren. Dieser hier wurde gefällt und der Stumpf danach mal als Wohnung mal als Souvenierladen benutzt.

Danach ging es wieder an die Küste. Teilweise hat mich der Anblick echt verstört. Wir fahren durch eine Gegend wie dem Schwarzwald und hinter den Tannen kommt dann das Meer. Naja den Wald haben wir bald hinteruns gelassen und waren wieder direkt an der Küste. Hier haben wir zum zweiten mal erlebt, dass der Wind so stark weht, dass die Wellen verweht werden.

Ich hatte Mühe aus dem Auto auszusteigen, die Tür war auf einmal sehr schwer, und den Foto ruhig zu halten war auch eine Herausforderung. Manchmal hatte ich das Gefühl ich werde gleich weggeweht. Die Naturgewalten sind genau das: gewaltig.


San Francisco, die zweite

Wir waren nochmal für zwei Tage in San Francisco. Das war ein bisschen wie heimkommen. Schön mal was vertrautes zu sehen. Weil wir eigentlich nur entspannen wollten, sind wir erst ohne Kamera losgezogen. Aber wir haben schnell gemerkt dass es doch so viele schöne Flecken gibt, dass wir noch ein zweites mal raus mussten – mit Kamera. Zum Glück hat San Francisco ein gutes Naheverkehrssystem…

Wir waren z.B. auf dem Coit Tower. Da hat man einen grandiosen Ausblick über die Stadt. Und z.B. auch auf die Gefängnisinsel Alcatraz:

Wir waren wieder mal beeindruckt wie steil es in San Francisco den Berg hoch geht. Unglaublich! Aber die Häuser hier sehen einfach total nett aus:

Und wir haben es sogar noch geschafft das obligatorische „Clam Chowder“ zu probieren:

Klassisch isst man das in einer „Bread Bowl“. Es ist eine Cremesuppe mit Krabben. Das ist eine ganz schön große Portion mit dem ganzen Brot, deshalb haben wir sie uns geteilt.

Wir haben am Ende unseres Aufenthaltes San Francisco nach Norden verlassen. Dort haben wir ein nettes Plätzchen gefunden, um San Franciscos beliebtestes Motiv abzulichten:

Eine tolle Stadt!