Monatsarchiv: August 2013

Juan de Fuca Trail

Letzten Sonntag ging es los auf den Juan de Fuca Marine Trail. Ein Wanderweg an der Westküste von Vancouver Island. Der Weg ist 47km lang und die meisten Leute wandern ihn so in 3-5 Tagen. Ich war mit meiner Freundin Inge unterwegs, die tapfer dem Jetlag getrotzt hat und gleich am Tag nach ihrer Ankunft mit mir den Marathon zum Trailhead auf sich genommen hat. (Skytrain, Bus, Fähre, Bus, noch ein Bus, ein fehlgeschlagener Tramp-Versuch und dann schlussendlich doch das Taxi). Um 17:00 waren wir dann am Trailhead bei China Beach – einem schönen Strand gleich zum einstimmen.

IMG_0719

Und los ging es durch den für hier typischen Urwarld. Nach 9km waren wir dann an unserem Ziel, dem Bear Beach, angelangt. Gleich nach dem Zeltaufbau sind wir für unsere Anstrengungen schon mit einem wunderbaren Sonnenuntergang belohnt worden.

IMG_0759

Dann konnten wir noch ein wenig Mond und Sterne bewundern, bevor es uns zu kalt wurde und wir müde in den Schlafsack gekrochen sind. Ich bin dann mitten in der Nacht aufgewacht, weil mir viel zu warm war und habe den Schreck meines Lebens bekommen. Der Strand macht seinem Namen alle Ehre: um unser Zelt ist ein Bär geschlichen. Er hat alle Steine umgedreht und ein bischen geplanscht. Ganz toll, da kann man wunderbar wieder einschlafen. Zum Glück gibt es an jedem Zeltplatz auf dem Weg bärensichere Container für alle Lebensmittel, Töpfe und Kosmetika. Daher war der Bär nicht an uns interessiert und ich konnte dann doch recht schnell wieder einschlafen.

Am nächsten Tag sind wir dann weiter am Strand entlangspaziert,

IMG_3303

bis uns der Weg schon bald wieder in den Urwald geführt hat. Unser zweiter Tag war auf der Karte mit „am schwierigsten“ markiert und das trifft es dann auch ganz gut. Erstmal ging es an einem glitschigen Bach entlang den man erstaunlicher weise trockenen Fußes überqueren kann.

IMG_0777

Um dann auf einem super steilen Weg nach oben zu klettern und sobald man oben angekommen ist wieder runter in das nächste Bachtal zu bremsen. Anstrengend aber schön.

IMG_0784

Irgendwelche Leute mit zuviel (kreativer) Energie haben einen Baum zum Baumbart umgestaltet. Sehr nett:

IMG_0788

Da der Weg so schön anstrengend war haben wir uns gedacht wir könnten noch einen Umweg auf den höchsten und steilsten Hügel in der Umgebung machen. Leider gab es am Ende keinen Ausblick und wir mussten den gleichen Weg wieder zurück nach unten klettern um unseren Pfad zu finden. Mit anderen Worten wir haben uns an der ungeschicktesten Stelle verlaufen. 🙂 Wir sind dann aber doch noch gut angekommen und hatten wieder einen super schönen Campingplatz am Strand. Dieses Foto habe ich direkt vor unserem Zelt aufgenommen. (Chin Beach)

IMG_0811

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Little Kuitshe Creek. Leider ist der Weg ab Chin Beach ziemlich matschig, was bedeutet wenn man Glück hat klettert man über Baumstämme im Matsch und wenn man Pech hat gibt es Äste die man unter dem Matsch erahnen kann. Hier der Glücksgriff:

IMG_0790

Eine ziemliche Sauerrei. Aber nach 5-6km kommt man in die Nähe vom Sombrio Beach der den Ärger auf jedenfall Wert ist.

IMG_0826

Den ganzen Morgen hatten wir ziemlich dicken Nebel aber zu unserer Vesperpause begann er sich zu lichten. Was, wenn man sich einmal umdreht, den atemberaubenden Wasserfall bei Sombrio Beach zum Vorschein bringt.

IMG_0828

Und sobald man wieder in den Wald geht hat man superschöne Lichtverhältnisse.

IMG_0831

Der Sombrio Beach hat uns bei weitem am besten gefallen. Am Ende vom eigentlichen Strand darf man dann als kleine Mutprobe über einen Baumstamm balancieren.

IMG_0844

Auf der anderen Seite sind wir dann mitten in einer Möwenkolonie gelandet.

IMG_0853

Und wieder ging es zurück in den Wald. Und zur Abwechslung mal nicht hoch und runter sondern über eine Hängebrücke.

IMG_3329

Mit super Ausblick auf den Bach und das Meer.

IMG_0816

Leider wussten wir nicht dass uns der Weg nicht wieder zum Meer führt sondern ab Sombrio Beach im Wald bleibt und auch der Zeltplatz am Kuitshe Creek keinen Meerzugang hat. Daher haben wir beschlossen weiter zu wandern. Nach 19km auf und ab mit schwerem Rucksack waren wir dann ziemlich froh an unserem letzten Campingplatz für diese Wanderung angelangt zu sein.

IMG_0855

Am nächsten Tag bin ich dann zurück zum nächsten Bach um mich zu baden, bevor ich nach weiteren 7km wieder in der Zivilisation bin.

IMG_0858

Das ist wahrscheinlich die schönste und gleichzeitig kälteste Badestelle in der ich in meinem Leben bisher gebadet habe. Aber das Gefühl wieder „sauber“ zu sein ist einfach unglaublich.

Unsere letzten 7km gingen wieder hauptsächlich durch den Wald und selten am felsigen Strand entlang. Man hat aber ziemlich häufig einen super Ausblick auf’s Meer. Bei Ebbe sieht man ganz viele mehr oder minder nackte Felsenplatten aus dem Meer herauskommen.

IMG_3366

Und das Highlight aus der Tierwelt ganz zum Schluss: wir haben einen Schwarzbären auf dem Weg getroffen. Er war ein total netter und sehr schnucklig aussehender Bär, der freundlicherweise gleich das Weite gesucht hat als er uns gesehen hat. Daher gibt es leider auch keine Fotos.

Und schon sind wir am Botanical Beach und damit am Ende unserer Wanderung angelangt. Und auf dem Rückweg klappt es dann auch mit dem Trampen bis zum nächsten Bus und dann wieder mit der Fähre,

IMG_3368

Bus und Skytrain bis wir wieder zu Hause in Vancouver sind. Wandern ist schön. Aber Zivilisation hat schon auch was. 🙂


Ausländer sein

Ein Grund warum wir nach Kanada gegangen sind war u.a. auch der, mal selbst in der Rolle des Ausländers zu sein. Ich wollte schon immer mal erfahren wie das so ist wenn man in ein fremdes Land kommt in dem Kultur und Sprache anders sind und man keine Kontakte hat. Immerhin konnten wir die Sprache schon einigermaßen.

Wir haben vor allem festgestellt dass die Sprache mehr Gewicht hat als wir gedacht hätten. Ich würde mal sagen dass unser Englisch mittlerweile relativ gut ist, aber trotzdem ist es weit davon entfernt dass wir alles verstehen. Und so ist es manchmal schade dass man spontane Witze nicht versteht oder selbst keine machen kann. Oder wenn man sein Gegenüber ständig bitten muss etwas nochmal zu wiederholen. Aber die Kanadier sind da glücklicherweise sehr geduldig. Weil wir anfangs nicht sehr glücklich mit unseren sprachlichen Fortschritten waren haben wir irgendwann beschlossen miteinander nur Englisch zu reden. Ob’s was hilft? Ich denke man gewöhnt sich auf jeden Fall mehr an die Sprache. Mittlweile ist es auch sehr komisch auf der Straße Deutsch zu reden. Da fühlen wir uns immer wie Touristen. Es ist schon interessant was Verwendung der einheimischen Sprache zum eigenen Integrationsgefühl beitragen kann.

Auch interessant ist, welchen Faktor die Leute spielen mit denen man sich umgibt. Obwohl es hier auch einige Deutsche gibt haben wir von Anfang an versucht kanadische Kontakte aufzubauen und Kontakte zu Deutschen eher zu vermeiden (sonst hätten wir ja auch in Deutschland bleiben können). Mit Kontakt zu Einheimischen lernt man viel schneller über Stadt und Kultur als wie wenn man nur unter sich bleibt. Ausserdem kann man immer wieder Fragen stellen – sei es über Urlaubsziele, Verhaltenskodexe, Verträge oder wo man am besten den Telefonanschluss bestellt. Über unsere Gemeinde haben wir ziemlich schnell Anschluss gefunden. Ohne diese Leute wäre es hier nicht halb so schön und wir stellen mal wieder fest dass die tollste Stadt der Welt nichts Wert ist, wenn man dort keine Freunde hat. Gemeinden sind schon der Hammer – in der Tat „Familie weltweit“!

Was als Ausländer jedoch sehr unangenehm ist, ist der Visum- und Arbeitserlaubnisprozess. Es ist schon sehr anstrengend wenn man nicht weiss ob man nächste Woche noch im Land sein darf. Aber das ist eine andere Geschichte…


Arbeitsweg

Weil hier gerade schon eine ganze Weile die Sonne scheint habe ich beschlossen, ganz nach Freiburger Manier, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Erst geht es durch grüne Alleen beim Krankenhaus:

IMG_0507

Weiter über die Cambie Street und an der Vancouver City Hall vorbei:

IMG_0508

Anschließend muss man den Broadway überqueren:

IMG_0509

Links im Bild sieht man den „Donair & Grill“. Donair ist englisch für Döner. Man spricht es Don-ähr aus.

Dann geht’s auf der Cambie-Bridge über den False Creek:

IMG_0513

Diese Hochhäuser gehören zu Yaletown und stehen ziemlich direkt am Wasser. Ich schätze mal es ist recht teuer da drin zu wohnen…

Anschließend geht’s in die Beatty Street. Dort kommt man an netten Wandmalereien vorbei:

IMG_0519

Im Hintergrund auf der Werbetafel sieht man übrigens das neue Produkt der Marke iögo – es heisst Nömad. Na wenn das mal nicht öbergüt ist…

Gegenüber von der Mauer stehen kanadischer Panzer:

IMG_0520

Weiter geht’s über die Dunsmuir Street an einer netten „alten“ Kirche vorbei:

IMG_0521

Gleich im Block nebenan gibt es „Student Housing“. Und so sieht es aus:

IMG_0524

Ist sicher schön günstig zum wohnen.

Dann ist man bereits in der Innenstadt zwischen den ganzen Hochhäusern:

IMG_0526

Und dann bin ich auch schon da:

IMG_0482

„Cubicle, sweet cubicle!“


Bowen Island

Gestern waren wir auf Bowen Island. Mit der Fähre sind es 20min. von Horseshoe Bay bis zur Insel:

IMG_0694

Die Leute auf der Insel sind für ihre Herzlichkeit bekannt. So gibt es dort z.B. offizielle „Tramperhaltestellen“. Dort kann man sich hinstellen und auf eine Mitfahrgelegenheit warten:

IMG_0499

Auf der Insel gibt es einen Berg: Mt. Gardener (ca. 750m). Den haben wir erstmal erklommen. Es war mal wieder eine typische Vancouver Wanderung, mit viel Steigung und so. Auf dem höheren Südgipfel hat man leider keine Aussicht, da stehen überall Bäume davor. Aber auf dem etwas niedrigeren Nordgipfel hat man freie Sicht auf die Sunshine Coast:

IMG_0665

Auch Vancouver kann man in der Ferne sehen. Wenn man will, erkennt man sogar die Lion’s Gate Bridge:

IMG_0662

Der Grund warum auf dem Nordgipfel die Sicht besser ist, ist das hier:

IMG_0671

Wegen der Sendestation gibt es zwei kleine hölzerne Landeplattformen für Hubschrauber (Helipads). Wenn man ein bisschen Strahlungsparanoid ist, so wie ich, verschiebt man sein Gipfelvesper dann einfach auf etwas später.

Beim Abstieg haben wir einen weiteren Aussichtspunkt gefunden der einen guten Blick nach Westen freigibt (Keats Island und dahinter Gibsons):

IMG_0685

Dort konnte man dann ohne (bzw. mit etwas weniger) Mikrowellen im Genick seine Mahlzeit geniessen.

Nach langen 17km waren wir dann wieder im Hafen, haben erstmal Eis und Pie genossen und uns noch ein bisschen an den Strand gelegt bevor es mit Fähre und Bus wieder nach Vancouver zurückging.

Direkt neben der Haustür unseres Nachbarn haben wir dann noch folgenden Kameraden getroffen:

IMG_0705

Ein Waschbär auf Futtersuche.


Grüße aus Europa

Manchmal will man auch in Vancouver Gurken kaufen. Dann schaut man in die Bio-Abteilung im Supermarkt und sieht:

IMG_0290

Gurken aus Spanien!

Dann kommt man eine Woche später und sieht:

IMG_0343

Gurken aus den Niederlanden!

Na wenn das nicht toll ist – Bio-Grüße aus Europa.


Ein Jahr Kanada!

Vor genau einem Jahr sind wir in Kanada angekommen. Wir kamen mit dem Greyhound Bus von Seattle und das einzige was wir dabei hatten waren unsere Koffer und Rucksäcke. Damals haben wir uns noch gefragt ob das alles klappt dass wir an der Grenze auch unser Working Holiday Visum bekommen. Und jetzt haben wir Jobs, Wohnung, tolle Freunde und eine super Gemeinde. Und wir haben bereits Kanadas Westen intensiv erkundet. Schon heftig wie viel in so einem Jahr passiert. 🙂

Das mussten wir natürlich gebührend mit ein bisschen kalifornischem Wein am Kitsilano Beach feiern – Sonnenuntergang inklusive:

IMG_0604

Ein Jahr Kanada heisst allerdings auch dass ab heute unsere Arbeitserlaubnis abgelaufen ist. Trotz frühzeitiger Vorkehrungen zur Verlängerung war es ein beispielloser Hürdenlauf, da mitten im Antragsprozess meine Firma gekauft wurde und die Visumsbestimmungen zweimal geändert wurden. Aber nach einem kleinen Marathon gestern hat die Einwanderungs-Agentur von meiner Firma den Antrag noch rechtzeitig abschicken können. Von daher heisst es jetzt zurücklehnen und abwarten ob die Kanadier uns noch ein bisschen länger behalten wollen.

Bis dahin genießen wir auf jeden Fall noch die kanadischen Sommernächte:

IMG_0642


Müsli mit Leidenschaft

Hier gibt es manchmal lustige Produkte. Ein Beispiel dieser Kategorie ist z.B. das Müsli „Sexcereal“:

IMG_0348

Auf der Packung steht „fuel your fire“. Ob das funktioniet? Bei einem Preis von ca. 8,50€ pro 300g sollte man es auf jeden Fall meinen…