Monatsarchiv: Februar 2013

Chinesisches Neujahr

Am 10. Februar war das chinesische Neujahr. Eine Woche später gab’s entsprechende Veranstaltungen in Vancouver:

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So war z.B. eine Neujahrszeremonie in Chinatown. Diese wurde mit einem Drachentanz eröffnet:

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Nach dem Tanz gab es Reden von allerlei wichtigen Leuten. Diese wurden jedoch hautpsächlich in chinesisch abgehalten, was die Sache dann ein bisschen schwer verständlich gemacht hat. Aber wir haben uns trotzdem mit den Chinesen über ein gutes Jahr gefreut:

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Anschließend kam eine Frauengruppe und hat das neue Jahr mit einem Trommeltanz eingeläutet:

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Verschiedene mexikanischen Tanzgruppen haben in bunten Kleidern ihre Stücke aufgeführt. Warum die auf der Veranstaltung waren wussten wir zwar auch nicht genau, aber es war auf jeden Fall eine farbenprächtige Erscheinung:

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Der spannendste Teil war aber mit Sicherheit die Vorführung traditioneller chinesischer Musik. Die Stücke wurden von jungen Damen auf Saiteninstrumenten vorgetragen und haben einen wirklich in den fernen Osten versetzt. Faszinierend:

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Die Veranstaltung hat beim chinesischen Kulturzentrum gleich neben Dr. Sun Yat-Sen’s Classical Chinese Garden stattgefunden. Also ein gebührendes Ambiente für die Feierlichkeiten:

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Mount Baker

Heute haben ein paar Leute von unserer Gemeinde einen Ski-Ausflug zum Mt. Baker in die USA gemacht. Das ist der Berg dessen schneebedeckte Gipfel wir den ganzen Sommer über immer mal wieder von Kanada aus gesehen haben. Von Vancouver passiert man die Grenze in die USA am besten bei Sumas oder Aldergrove. Als Deutsche braucht man seinen Reisepass und sollte ein gültiges ESTA haben (und man sollte in einem Auto sitzen und nicht wie Tramper aussehen, wie wir feststellen mussten). Nach ein paar Formalitäten hat uns die USA dann auch gerne empfangen und wir konnten auf den Berg fahren.

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Mount Baker liegt in Washington State und ist ca. drei Autostunden von Vancouver entfernt. Die Tageskarte kostet mit 58 USD ca. nur halb so viel wie in Whistler. Anscheinend schneit es dort relativ häufig sodass die Chancen auf frischen Schnee relativ hoch sind. Wir hatten auf jeden Fall frischen Schnee mit viel Pulver! Es gibt viele blaue Pisten, somit ist das Gebiet auch für Leute zu empfehlen die noch nicht so lange fahren. Anfangs mussten wir uns zwar ein bisschen dran gewöhnen dass die Lifte beim Ein- und Aussteigen nicht langsamer machen und dass sie keine Sicherheitsbügel haben, aber das hat man schnell drauf. Wir haben es auf jeden Fall sehr genossen und hoffen dass wir irgendwann wieder mal dort hin können.


The Idan Raichel Project

In Vancouver findet gerade das Chutzpah! Festival statt, ein Festival mit lauter jüdischen Künstlern. Eigentlich wollte ich ja einfach nur den Sascha neidisch machen (wobei der mittlerweile glaub‘ andere Sorgen hat – herzlichen Glückwunsch an der Stelle nochmal!) als ich die Karten für das Idan Raichel Konzert gekauft habe. Das Konzert fand im Vogue statt:

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Leider mussten wir unsere Kamera am Eingang abgeben („coatchecken“). Das Tolle am Vogue ist dass es über eine Empore verfügt. Und wir waren früh genug da um einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern – also ziemliche Premium Sicht auf die Künstler.

An dem Abend wurde ein Akustik Set gespielt (Klavier, irgendeine Art Querflöte aus Holz, Bass und jede Menge Percussion und Gesang). Als die Künstler die Bühne betraten musste ich doch leicht schmunzeln weil es war, als ob sieben Hippies aus dem Vauban ausgebrochen wären – mit dem VW-Bus natürlich. Nachdem das Konzert mit eher ruhigen Liedern angefangen hatte, wurde es gegen Ende doch recht ausgelassen und irgendwann war die halbe Halle am Tanzen. Neben der, für mich, ziemlich interessanten Instrumentierung waren auch die Rhythmen und die Taktformen ein Erlebnis. Die Musiker waren einfach der Hammer und es war eine wahre Freude da zuzuschauen und zu hören (besonders dem Percussionisten…).

Also ein ziemlich gelungener Abend mit recht aussergewöhnlicher Klängen, unglaublich guten Musikern und einem sehr sympathischen Idan Raichel. Gerne wieder, Sascha.

Wer mal reinhören will: www.idanraichelproject.com


Schneeschuhwanderung

Am Sonntag waren wir mal wieder auf Vancouvers Hausberg, dem Grouse Mountain. Wir haben nämlich eine Jahreskarte und mit der darf man u.a. einmal kostenlos Schneeschuhe ausleihen. An der Talstation des SkyRide gibt es ein Wolfsgehege. Bisher hatten wir dort noch keinen Wolf gesehen aber diesmal hatten wir Glück:

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Auf dem Berg angekommen wurden dann erstmal die Schneeschuhe angeschnallt:

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Am Anfang war es noch ein bisschen neblig, aber nach einem langen und steilen Anstieg (ich glaube was anderes gibt es hier nicht) haben wir den Nebel unter uns gelassen. Hier sieht man z.B. den Mount Baker in den USA:

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Allerdings ging’s hier noch ein bisschen höher. Das haben wir uns nicht nehmen lassen und wie sich herausgestellt hat war die Sicht oben sogar noch besser:

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Wir waren wohl nicht die einzigen Gipfelstürmer aus der alten Welt:

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Beim Abstieg wurden wir wieder mit einer grandiosen Landschaft belohnt:

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Und weil die Sonne gerade am untergehen war, gab es nette Lichtspiele in den Bäumen:

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Wieder unten angekommen mussten wir feststellen dass die Schlange für die Gondel ins Tal extrem lang war. Hat aber nix gemacht, denn der „Chocolate Man“ hat kostenlos heisse Schoki ausgeteilt (von einem Tank auf seinem Rücken). Ausserdem gab es ein Eishockey Spiel. „USA“ gegen „Russland“:

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Schneeschuhwandern auf dem Grouse Mountain kann man nur empfehlen. 🙂


Aquarium

Vancouver hat ein etwas ungewöhnliches Aquarium. Es gibt nicht nur, wie man erwartet, Fische in Aquarien, es gibt auch noch jede Menge andere Tiere.  Zum einen gibt es eine riesige Amphibien-Ausstellung mit jeder Menge Frösche. Das hier ist der Chef:

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Mini Frösche:

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Oder riesen Frösche:

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Am erstaunlichsten ist das Tropenhaus.  Hier gibt es jede menge frei fliegende Schmetterlinge:

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Papageien und andere bunte Vögel:

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Zudem zwei Faultiere, Affen, Landschildkröten und, ein wenig abseits, Fledermäuse. All diese Tiere sind im Aquarium zu Hause weil ohne sie der Urwald nicht existieren würde und damit auch nicht die Fische, die zwischen ihren Wurzeln leben. Es hat also alles seinen Sinn dass diese Tier im Aquarium sind, auch wenn es etwas weit ausgehohlt ist…

Fische und andere Wasserlebewesen gibt es natürlich auch. Ich mag besonders den Seeotter. Der ist so süß. Und was sehr witzig ist: die schlafen indem sie auf dem Rücken im Wasser schwimmen. Er macht sich garade „bettfertig“: bevor er schlafen geht putzt er sich nochmal.

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Die orangenen Quallen in dunkelblauem Wasser sind wunderschön anzusehen:

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Der riesen Kraken ist erstaunlich, weil er in sehr kurzer Zeit von der größe eines Daumennagels zu so einem riesen Vieh wird.  Ich fand der Kraken sieht pelzig aus und habe nachgefragt ob er Haare hat. Die Antwort war: „Nein, der Kranken hat einfach nur sehr viele Muskeln direkt unter der Haut, damit kann er seine Hautstruktur verändern. Daher sieht er hier gerade pelzig aus.“

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Zudem gibt es eine riesen Wasserschildkröte:

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Und gefährlich wirkende Krokodile:

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Afrikanische Pinguine, Delphine, Seehunde und Seelöwen, jede Menge Fisch und Beluga Wale:

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Von Vancouver nach Whistler

Seit diesem Jahr gibt es in Kanada einen zusätzlichen Feiertag, den Family Day. Wir haben das lange Wochenende natürlich genutzt um endlich mal aus Vancouver rauszukommen und ein bisschen mehr von Kanada zu sehen. Also schnell einen Mini Cooper gemietet und auf dem Highway No.1 (Trans-Canada Highway) nach Norden Richtung Squamish:

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Kurz vor Squamish ragt ein Felsen, der Stawamus Chief, steil aus der Landschaft empor. Dort befinden sich auch die Shannon Falls, zu denen wir einen kleinen Abstecher gemacht haben:

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Auf dem Weg zurück zum Parkplatz haben wir dann einen Wanderweg zum Gipfel des Stawamus Chief entdeckt. Ich dachte mir, wir könnten ja noch schnell einen Abstecher machen – und auf ging’s. Leider haben wir das Schild mit der Aufschrift „Caution – this trail is not a walk in the park“ übersehen. Das Ganze hat sich dann in guter Grouse Grind Manier als ziemlich steil und treppig erwiesen. Aber die Aussicht auf dem Gipfel war grandios:

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Danach ging’s zu unserem eigentlichen Tagesziel, dem Brackendale Eagles Park in Squamish. Hier befindet sich angeblich das größte Winterquartier von Weisskopfseeadlern in Nordamerika. Hochsaison der Vögel ist zwischen November und Februar, wenn die Lachse zum laichen den Fluss rauf schwimmen und es somit genug Futter gibt. Wir haben ein paar Adler erspähen können (mit unseren Adleraugen):

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Von einer Einheimischen haben wir dann erfahren dass man am besten im Dezember kommt, dort sieht man wohl hunderte der Bald Eagles.

Von einem Quebecker Pärchen, das wir auf dem Gipfel des Stawamus Chief getroffen haben, haben wir erfahren dass die Strassen nach Whistler gerade gut befahrbar sind. Leider hatten wir unsere Snowboards nicht im Gepäck, von daher konnten wir den Lift lediglich von unten bewundern:

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Dafür wurden wir auf der Rückfahrt nach Vancouver mit einem grandiosen Aussichtpunkt belohnt:

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So sind wir dann schließlich, der Sonne entgegen, wieder heimwärts nach Vancouver gefahren:

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EP Release

Am Freitag hat eine Freundin von uns ihre E.P. Release Show gehabt. Es war eine kleine aber feine Veranstaltung in den Räumen des Anchor Guitar Studios. Um ca. 20:00 ging’s mit über voll besetzten Räumen los mit Jason Lowe, einem Liedermacher aus Australien:

Quelle: Von einem netten jungen Mann der auf dem Konzert dolle Bilder gemacht hat

Quelle: Von einem netten jungen Mann der auf dem Konzert dolle Bilder gemacht hat

Sehr entspannte Musik die mit viel Kreativität und handwerklichem Geschick vorgetragen wurde. Leider war der ganze Spass auch schon nach sechs Liedern wieder vorbei. Aber den Mann kann man definitiv weiterempfehlen. Hört einfach mal rein.

Dann kam Bre mit einer kleinen Band um ihre E.P. „Hello Starlight“ vorzustellen und der Raum wurde gefühlt noch ein bisschen voller (wer hätte gedacht dass das noch geht?):

Quelle: Von einem netten jungen Mann der auf dem Konzert dolle Bilder gemacht hat

Quelle: Von einem netten jungen Mann der auf dem Konzert dolle Bilder gemacht hat

Mit ihren stimmungsgeladenen Liedern und den sympathischen Ansagen hatte sie das Publikum fest auf ihrer Seite. Neben Akustik- und E-Gitarre waren auch noch Xylophon, Trompete, Akkordeon und Lap Slide Guitar zu hören, was dem Ganzen ein angenehm breites Klangspektrum verliehen, und die Songs nochmal ein Stück tiefer gemacht hat. Es hat mich natürlich sehr gefreut dass sie weit mehr Material vorgetragen hat, als auf der EP zu hören ist. Besonders gefallen hat mir auch die Nummer von ihrem kleinen Bruder und seiner Frau:

Quelle: Von einem netten jungen Mann der auf dem Konzert dolle Bilder gemacht hat

Quelle: Von einem netten jungen Mann der auf dem Konzert dolle Bilder gemacht hat

Ein junges und herzzerreißendes Paar (sie hatten sogar ihr Baby dabei). Herrlich.

Wir haben es also sehr genossen bei dieser großen Familienparty (der große Bruder hat gemischt) dabei sein zu können. Und nicht zu vergessen die Auswahl des hiesigen Granville Island Beers – sogar mit Ahornsirup- und Schokoladengeschmack (kein Respekt vor dem Hopfengebräu, die Kanadier…). Alles in allem also ein sehr sympathischer Auftritt mit toller Musik inmitten lauter Gitarren. Wir kommen gerne wieder und wünschen Bre viel Erfolg mit ihrer neuen EP.

Quelle: Von einem netten jungen Mann der auf dem Konzert dolle Bilder gemacht hat

Quelle: Von einem netten jungen Mann der auf dem Konzert dolle Bilder gemacht hat


Über den Wolken

Sind gestern mal wieder auf dem Grouse Mountain gewesen zum Snowboard fahren. Der Ausblick ist immer wieder der Hammer (auf’s Bild klicken):

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Das da unten halb im Nebel ist North Vancouver. Die Stadt und das Meer sieht man gar nicht, die liegen unter dem Wolkenteppich. Wenn man Abends hochgeht kann man auch sehr schöne Sonnenuntergänge beobachten:

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Es ist echt lustig wie oft auf dem Berg schönes Wetter ist während die Stadt im Nebel versinkt. Ich glaube der Profi-Meteorloge nennt das „Inversionswetterlage“.