Monatsarchiv: Mai 2014

Zusammenwerfen und kräftig umrühren

Die Leute sind ja immer auf der Suche nach neuen Ideen. Eine gängige Methode ist, bereits Bekanntes zu mischen und damit etwas neues zu schaffen. Das funktioniert manchmal ziemlich gut. Zum Beispiel Musik: man mische Sick Of It All und Scooter und heraus kommt dabei Enter Shikari.

Mit Essen geht das auch wunderbar. Wir waren letztens mal wieder in den USA und haben von einem Mischprodukt Wind bekomment, das man bei Trader Joe’s erstehen kann:

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Es handelt sich hierbei um Schokoladenchips – also Kartoffelchips umhüllt mit Schokolade:

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Wir haben die schokoladenüberzogenen Riffelchips natürlich gleich mitgenommen und daheim getestet. Hier der erste Eindruck des Testpiloten:

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Nach einer kurzen Phase der geschmacklichen Orientierungslosigkeit kamen wir beide zum Schluss dass diese Mischung nicht so wirklich gelungen ist. Vielleicht vergleichbar mit „Hansi Hinterseer trifft Slayer“?

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Raus aus dem Wald

Am Montag mussten wir dann schon wieder von der Hütte abreisen. Also nochmal auf der Ranch vorbei um sich vom Opa zu verabschieden:

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Und dann ging’s auf dem Highway durch den Fraser Canyon Richtung Vancouver:

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Dabei kommt man in Yale vorbei, der einst größten Stadt von British Columbia. Während des Goldrausches war die Stadt in ihrer Blütezeit und hatte bis zu 15.000 Einwohner. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Heute sind es etwas weniger als 200 Einwohner und ein paar traurige Läden am Straßenrand:

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Das Schicksal einer Goldgräberstadt.


Schießwütige Holzfäller

Während wir den Sonntag mit einem königlichen Frühstück gestartet haben, haben draussen die Rehe gegrast:

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Ansonsten haben wir gemacht, was man so auf kanadischen Waldhütten macht. Zum Beispiel rumballern:

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Ziel war es die Getränkedosen zu treffen. Das ist schwerer als es aussieht:

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Wir hatten auf jeden Fall unseren Spass:

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Eine wichtige Wärmequelle auf der Hütte ist der Holzofen. Deshalb haben wir auch ein bisschen Holz gespalten:

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Naja, wir haben eher Kelly dabei zugeschaut wie die Kanadier das so machen. Wir Weicheier hatten nämlich so unsere Probleme die großen Stücke frischen Douglasienholzes gespalten zu bekommen.

Was gibt es besseres als einen arbeitsreichen Tag (*hüstel*) mit einem ordentlichen Abendessen ausklingen zu lassen? Brandi hat uns mit Lachs auf dem Zedernbrett (Cedar Plank Salmon), Yam (Süßkartoffeln) und dazu Maiskolben verwöhnt:

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Lecker! Und danach gab’s dann Marshmallows und Smores am Lagerfeuer:

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Smores bestehen aus Marshmallow, Schokolade und Karamell zwischen zwei Butterkeksen. Das Ganze dann erhitzen und versuchen sich beim Essen nicht völlig zuzusauen. Viel Erfolg!


Cowboys und Hexenhäuser

Dieses Wochenende gibt’s einen extra Tag, da am Montag Victoria Day ist. Unsere Freunde Brandi & Kelly haben uns eingeladen das lange Wochenende mit ihnen auf einer Hütte in der Nähe von Hope zu verbringen. Hope ist ca. zwei Stunden von Vancouver entfernt und umgeben von Bergen und viel Wald:

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Im Supermarkt haben wir noch ein paar Vorräte eingekauft. Dabei bin ich über folgende Zeitschrift gestolpert:

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Mit alltagsgebräuchlichen Tipps, z.B. zum Thema „tödliche Invasionen ins eigene Heim stoppen“. Haha, das muss wohl von den Freunden aus dem Süden kommen.

Nach der Nacht in Hope bei Kelly’s Mutter ging’s dann am Samstag Morgen los Richtung Boston Bar, wo sich die Hütte befindet. Unterwegs kommt man bei Hell’s Gate vorbei, der engsten und tiefsten Stelle des wilden Fraser River:

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Nach einem Erdrutsch beim Bau der Eisenbahn wurde die Stelle so eng und die Strömung so stark, dass die Lachse Probleme hatten gegen die Strömung anzukämpfen. Deshalb wurden extra Fischmigrationstunnel am Rand des Flusses eingebaut damit die Fische diese Engstelle überwinden können. Seitdem sind die Lachsbestände im Fraser River wieder signifikant gestiegen.

Nach diesem kurzen Stop ging’s dann nach Boston Bar. Vor dem Dorf biegt man auf eine Schotterstraße ab und nach ein paar Kilometern kommt man dann auf einer urigen Ranch an:

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Dort lebt der Stiefopa von Kelly – ein echter Cowboy:

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Manchmal kommen Bären oder Pumas bei der Ranch vorbei und greifen sich Vieh. Dann holt er eine seiner zahlreichen Flinten raus und knallt sie ab. Hier das Fell eines Bären der sich mit ihm angelegt hat:

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Auf der Ranch gibt es auch Pferde:

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Nach einer kleinen Kaffeepause und vielen spannenden Geschichten ging’s dann die letzten paar hundert Meter weiter zur Hütte:

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Cool, ein windschiefes Hexenhaus mitten im Wald! Wie uns Kelly’s Stiefopa erzählt hat, haben sie die Hütte in einer Woche hochgezogen. Aber es gibt Strom und Warmwasser – nur kein Internetzugang (deshalb kommt der Bericht mit Verzögerung).


Der Idan

Gestern war im Vogue Theatre das Idan Raichel Project aus Israel zu Gast. Wir hatten Karten, da Ursel einen genialen Geistesblitz für mein Geburtstagsgeschenk hatte. Also nach der Arbeit auf zum Vogue:

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Der Abend wurde von Babe Gurr aus Vancouver eröffnet:

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Es war eine Mischung aus Stilen aus der ganzen Welt und sehr gut vorgetragen. Somit ein guter lokaler Aufheizer für die Hauptband des Abends.

Während das Set von Idan Raichel letztes Jahr rein akustisch war, gab es diesmal eine „volle Band“ mit Schlagzeug und so weiter. Das Interessante am Idan Raichel Project ist, dass er Musiker aus der ganzen Welt mit an Bord holt und die Musik somit sehr viele verschiedene Einflüsse hat. Ich glaube der Kenner sagt dazu „World Music“, für den ungeübten Zuhörer wie mich hört sich das alles einfach nach Orient an. Die Stimmung war auf jeden Fall bombig und die Musiker ausgelassen:

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Wie man links im Bild sehen kann hat der Gute Mann seine Dreadlocks komplett abgeschnitten. Auf die Frage hin wie es dazu kam antwortete er „weil mich meine Dame geheissen hat“. Und ergänzed fügte er, in gewohnt humorvoller Weise, hinzu: „jeder Mann der sich nicht vor seiner Dame fürchtet ist kein wirklicher Macho“. Haha, sehr geil – willkommen im nahen Osten!

Wie auch schon letztes Jahr ein sehr gelungener Abend und ein Ausflug mit Musik und Tanz in eine andere Welt.


Toroiden zum selber machen

Bagels sind hier in Kanada ganz hoch im Kurs und ich habe mich schon immer gefragt warum die eigentlich das Loch in der Mitte haben. Kürzlich wurde das Geheimnis hinter der Form jedoch gelüftet: Bagels werden gekocht, und mit der toroidalen Form erreicht man ein gleichmäßigeres Ergebnis. Und so gehts:

Man mache einen recht trockenen Brotteig und lasse ihn ein bisschen aufgehen (normalerweise sind sie gesüßt, wir lassen den Zucker jedoch weg). Dann formt man „Schwimmringe“ aus dem Teig. Das funktioniert ganz gut mit einer Kugel als Ausgangsform, in die man mit den Fingern dann einfach ein Loch reindrückt:

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Wenn dann alle  Bagels geformt sind, wirft man sie in kochendes Salzwasser:

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Man lässt sie dort ca. eine Minute oder bis sie von alleine an der Oberfläche schwimmen. Dann fischt man sie, z.B. mit einer Gabel, heraus. Die Bagels haben die Tendenz ein bisschen am Topfboden zu kleben, deshalb sollte man sie, wenn man alle im Topf hat, kurz mit einer Gabel wenden.

Nun kommen die Ringe auf ein Backblech und dann ab in den Ofen (vorheizen, 180°C). Nach ca. 20min. sollten sie durch sein und man kann sie wieder rausholen:

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Man serviert sie – gerne auch warm – mit süßem oder herzhaftem Belag:

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Wenn man es richtig kanadisch machen will belegt man sie mit viel Rührei, Speck, Tomaten und Salat – je mehr desto besser! Guten Appetit!