Monatsarchiv: April 2014

Abschied von der Insel

Heute war der Tag der Abreise – und der erste Tag ohne Dauerregen. Eigentlich kein Wunder, denn mit einem Jahresdurchnitt von ca. 3200mm Regen kommt in Tofino ungefähr das Doppelte runter wie in Vancouver (ca. 1500mm). Wir haben den Sonnenschein genossen und sind nochmal ein bisschen am Strand langspaziert:

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Dann ging’s nach dem kurzen und nassen Besuch auch schon wieder mit Auto, Fähre und Bus nach Vancouver.


Der Morgen aus der Friteuse

Unsere Gastgeber in Tofino sind nicht nur begeisterte Surfer, sie kennen sich auch sehr gut in Tofino aus. Sie haben uns von diesem Café erzählt in dem man herzhafte Frühstücks-Doughnuts bestellen kann. Also nichts wie hin! Und so sieht er aus, der „Bro Nut“:

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Ein waschechter Doughnut mit Salat, Speck, Cheddar Käse, Tomate und frittiertem – was sonst? – Ei.

Und zum Nachtisch dann noch ein Maple Bacon und ein Boston Cream Doughnut:

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Exzellenter Start in den Tag!


Nass – von oben und von unten

Heute stand surfen auf dem Programm. Das Wetter war ein bisschen stürmisch so dass es schon recht ordentliche Wellen gab. Da wir ja aber schon ein bisschen Übung vom letzten Jahr hatten war das nicht so schlimm. Leider hat es jedoch auch sehr stark geregnet, weshalb wir keine Bilder machen konnten. Ich möchte an dieser Stelle anmerken dass es eine ziemlich schlechte Idee ist seinen Rucksack, mitsamt Handtüchern und Wechselklamotten, im Surfladen zu vergessen. Besonders wenn man bei 8°C im heftigen Dauerregen surfen geht. Dann muss man nämlich in Badehose / Bikini zurückfahren. Eine heisse Dusche hinterher tut da unendlich gut.

Am Abend haben wir dann die lokalen Köstlichkeiten genossen (hier Lachs):

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Danach wollten wir noch ein bisschen zum Strand. Am Anfang des Wanderweges haben wir gleich folgendes Schild entdeckt:

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Juhu, mehr hungrige Großwildkatzen. Kurz nachdem wir das Schild entdeckt hatten kam noch eine Indianerfrau vorbei und meinte „Beware of the wolves!“. Na dann nehmen wir uns mal ordentlich in acht. Dann sind wir in der Abenddämmerung – Haupt-Essenszeit für die Tiere – durch den Wald, zwischen lauter Farnen und riesigen Bäumne, zur Schooner Cove spaziert:

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Der Regenwald hat an diesem Tag seinem Namen alle Ehre gemacht und es war eigentlich recht nett auch mal bei Nässe durch den Wald zu spazieren. Ist definitiv nochmal eine andere Stimmung als an sonnigen Tagen. Und am Ende des Pfades wird man dann mit Blicken auf die tolle Bucht belohnt:

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Osterinsel

Wir haben beschlossen auch diese Ostern wieder nach Tofino auf Vancouver Island zu fahren. Nach ziemlich wolkenverhangener Überfahrt und mäßig geruhsamer Nacht in Nanaimo ging’s am nächsten Morgen relativ früh los. Der Tag fing grandios an, mit viel Sonnenschein und einem super leckeren Frühstück in einem Café, in dem wir sogar eine Nanaimo Bar (sieht aus wie eine Donauwelle, ist aber keine) geschenkt bekommen haben:

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Dann ging’s auf die Reise. Zuerst haben wir einen kleinen Abstecher nach Qualicum Beach gemacht, wo man schön die schneebedeckten Berge von Vancouver Island hinter dem Meer sehen konnte:

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Weiter ging’s dann zu den Little Qualicum Falls, wo sich das Wasser durch eine bemooste Felsschlucht schlängelt:

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Auf dem Weg nach Tofino kommt man automatisch auch an der Cathedral Grove vorbei. Dort stehen Bäume die bis zu 800 Jahre alt sind. Der größte Baum in der Cathedral Grove ist 76m hoch und hat einen Umfang von 9m:

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Sehr beeindruckend!

Als nächstes haben wir in Ucluelet einen Halt eingelegt. Das kleine Städtchen mit dem schwer aussprechbaren Namen hat mit dem Wild Pacific Trail einen netten Rundweg mit spektakulären Ausblicken zu bieten:

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Noch besser ist es an sonnigen Tagen.

Die Endstation war dann Tofino. Es hat sich manches verändert gegenüber letztem Jahr. Die Baustelle zur Erneuerung des Straßenbelages der Hauptstraße ist ein bisschen weiter nach Norden vorgerückt und wir haben diese Schuhkollektion auf einem Strommasten entdeckt:

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Eine imposante Auswahl!

Auch auf dem Fußweg zum Strand wird dieses Jahr nicht mehr von Wölfen gewarnt die durch den Wald streifen. Dieses Jahr sind es Pumas vor denen man sich besser in acht nimmt („Cougar in Area – Travel with Caution“):

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Pumas sind auf Vancouver Island keine Seltenheit und ihre Angriffe sind rar, können jedoch tödlich sein. Sie verstecken sich auf einem Baum und springen einen dann von hinten mit einem Genickbiss an. Wir haben uns dann gefragt was nun besser ist: ein Puma oder ein Rudel Wölfe. Schwer zu sagen, würde ich meinen.

Wir haben es jedoch ohne Pumaattacke zum Strand geschafft und den Sonnenuntergang trotz Wolkendecke genossen:

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Manzanar

Im Foyer des HSBC Gebäudes sind immer wieder Kunstausstellungen. Diesmal waren Fotos ausgestellt, u.a. von dem berühmten Fotograf Ansel Adams:

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Teilweise gab es dort Fotos des Internierungslagers Manzanar in den USA (man entschuldige die Spiegelungen – das Foyer ist immer blitzsauber):

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Wie mir ein kanadischer Arbeitskollege erklärte wurden während des zweiten Weltkrieges in den USA alle japanisch-stämmigen Amerikaner in Internierungslager verfrachtet, da sie als potentielle Bedrohung gesehen wurden. Manzanar, am Fuße der Sierra Nevada, war eines davon:

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Interessant, das habe ich nicht gewusst.


August Burns Red

Wir haben ja das Glück dass hier relativ viele gute Bands durchkommen die man in Deutschland nur sehr selten sieht, und wenn, dann sicher nicht in unserer Stadt. Im Rahmen der „Break Down The Walls“ Tour haben gestern Asking Alexandria mit August Burns Red im Vogue gespielt. Da ich August Burns Red noch nie live gesehen habe war ich schon sehr gespannt auf das Konzert.

Losgehen sollte der Abend mit Born of Osiris die jedoch nicht kommen konnten. Die nächsten an der Reihe waren die Jungspunde „Crown the Empire“ aus Dallas, Texas:

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Meine Güte, hier drüben liegt die Latte schon bei so jungen Bands extrem hoch! Geboten wurde moderner Metalcore mit einer ordentlichen Prise Pop, viel Klargesang und melodischen Hooklines. Netter Auftritt, gute Musik und sehr sauber gespielt – was will man mehr?

Danach kamen „We came as Romans“, die der Menge mit zwei Sängern ordentlich einheizten:

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Ihre Musik war stark dursetzt von elektronischen Elementen, anscheinend nennt der Kenner das „Trancecore“. Also quasi Pop mit Metalcore – vielleicht kommt das ja bald im Radio, wäre auf jeden Fall eine Verbesserung des Programms.

August Burns Red – deren Schlagzeuger Matt Greiner schon beim Setaufbau ordentlich Geschmack mit seinem Schlagzeug bewies, das locker auch als Wohnzimmermöbelstück durchgehen würde – waren die nächsten:

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Leider kenne ich nur ihr Album „Constellations“ und so fiel es teilweise etwas schwer dem musikalischen Geschehen zu folgen da die Jungs sehr schnell und technisch spielen. Ist also ein bisschen wie bei 240km/h den Kopf aus dem Fenster zu hängen – nur mit mehr Doublebass! Eine energiegeladene Show und eine sympathische Band die gute Stimmung verbreitete. Als einzige Band des Abends kamen ihre Songs ohne Elektro-Klimbim aus und waren komplett handgespielt:

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Musikalisch sind die Jungs einfach der Hammer und die live Songs mussten sich in Sachen Präzision und Durchschlagskraft in keinster Weise vor den Albumversionen verstecken. Ihren Auftritt haben sie mit „Whitewashed“ beendet, definitiv der Höhepunkt des Abends für mich. Was für eine Stimmung, was für ein Gewitter!

Dann war es Zeit für den Headliner des Abends, Asking Alexandria:

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Der Sänger hatte sich zwei BHs am Gürtel festgemacht mit denen er über die Bühne stolzierte und die Menge beschimpfte und kommandierte – und die Menge jubelte und folgte. Der Rest der Band hatte nicht viel weniger Rockstar-Allüren. Was für ein bekloppter Auftritt.

Ein interessanter Trend hier in Kanada ist übrigens der „Zweit-BH“. Den scheint man nicht nur einfach so unter dem Hemdchen zu tragen wenn man ein bisschen mehr haben möchte als man hat. Auch bei Rockkonzerten, wenn einem ein bisschen zu heiss wird und man sich deswegen des Hemdchens entledigt, ist er offensichtlich recht beliebt. „Eine seltsame Idee“, mag der Deutsche jetzt denken – und ich muss ihm zustimmen.


East Van Pillow Fight Club

Gestern waren wir bei einer Veranstaltung des East Van Pillow Fight Club (Kissenschlachtverein von Ost-Vancouver). Statt fand die große Kissenschlacht im Astoria auf der berüchtigten East-Hastings Street:

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Für den Abend waren fünf Kämpfe angesagt:

  • Su Nami vs. Marie Slamtoinette
  • Witch Doctor vs. Flame Edna
  • Tinkerhell vs. Angella Kill
  • Attilla Honey Boo-Boo vs. Debby Deburr (drag fight)
  • Melitia vs. Hunter Down

Man konnte auch Lose kaufen und somit an einer Ziehung teilnehmen. Nach geraumer Wartezeit wurde der Ring eröffnet. Zuerst wurden die Spielregeln von der Schiedsrichterin erklärt:

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Dann ging der „Kampf“ los und es gab eine ordentliche Kissenschlacht:

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Dabei benutzten die Damen auf der Matte nicht nur das Kissen, sondern auch Elemente aus anderen Disziplinen, wie z.B. dem Ringen:

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Um sicher zu stellen dass das Ganze auch manierlich und nach den Regeln abläuft gab es zwei weitere Ringrichter, die bei Bedarf die Opponentinnen voneinander trennten:

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Und dann wurde fröhlich weitergekloppt:

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Generell also eine ziemlich schräge Veranstaltung mit viel Spass und guter Stimmung. Der Kissenschlachtverein existiert jedoch nicht nur zum Selbstzweck: Ziel ist es, möglichst viel Geld einzusammeln, das dann an den Vancouver Rape Relief and Women’s Shelter weitergegeben wird, eine Einrichtung für Frauen die Missbrauch erlitten haben.

Diesmal hat es sich sogar gelohnt bei der Eingangs erwähnten Ziehung mitzumachen. Wir haben einen Gutschein über 100$ für das Gotham Steakhouse gewonnen. Den werden wir da wohl auch brauchen…