Monatsarchiv: Mai 2013

Unser Essen bleibt sauber!

Das gibt es selten, gute Nachrichten in der Zeitung. Aber heute war es tatsächlich der Fall: Monsanto knickt vor Europa ein. Wer sich fragt warum das so eine gute Nachricht ist, der kann mal in die USA schauen. Dort werden auf riesigen Flächen Genmais angebaut, der Boden erodiert und die Landwirte werden mit sinkenden Margen immer abhänginger von Saatgutherstellern gemacht, da sich Hybridpflanzen auch nicht mehr vermehren lassen. Landwirte die keine Gentechnik einsetzen, deren Felder jedoch mit GVO Saatgut vom Nachbarfeld verunreinigt werden, werden von den Agrarkonzernen verfolgt und müssen hohe Strafen zahlen. Es gibt nur noch wenige Landwirte in den USA die, aus Angst vor den Agrarkonzernen, nicht auf GVOs setzen. Fast 90% des Maises in den USA ist gentechnisch verändert.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der hohe Anteil von Menschen mit Glutenunverträglichkeit in Nordamerika. Anscheinend kommt die Glutenunverträglichkeit daher dass man dort andere Getreidesorten einsetzt die sich besonders gut für Fluff-Brot eignen. Ein Freund einer meiner Arbeitskollegen leidet unter Glutenunverträglichkeit. Als er nach Europa gereist ist hat er nach einiger Zeit festgestellt dass er dort beschwerdelos Brot essen kann. Das stimmt einen doch nachdenklich, oder?

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Men to Mars

Gestern haben wir mit ein paar Jungs von unserer Gemeinde einen Ausflug nach Seattle gemacht um einen Gottesdienst der Mars Hill Church zu besuchen. Verbunden werden sollte das Ganze mit einem Besuch bei Gorditos, einem legendären Burrito-Laden in Seattle, wie ich später herausfinden sollte. Die Fahrt nach Seattle hatte so seine Unwägbarkeiten, weil man nie abschätzen kann wie viel gerade an der U.S. Grenze los ist. Obwohl nicht notwendig, empfiehlt es sich als Europäer sein ESTA mitzunehmen. Hat man keines, muss man an der Grenze eines ausfüllen (geht ruck-zuck). Ein weiteres Hindernis war dass letzte Woche auf der Interstate 5, der Hauptroute zwischen Vancouver und Seattle, eine Brücke eingestürtzt ist:

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Aber trotz allem lagen wir gut in der Zeit und konnten uns noch einen Limeade im Sonic Drive In genehmigen. Bei einem Drive In parkt man, im Gegensatz zu einem Drive Through, sein Auto und gibt dann seine Bestellung aus dem Auto über eine Sprechanlage auf. Die Bedienung bringt einem dann Essen und Trinken, meist auf Rollschuhen, ans Auto:

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In den USA sind die Portionen riesig und die Preise klein. Die meisten in unserer Gruppe haben ein Limeade RT 44 bestellt. RT 44 bedeutet 44 ounces, das sind ca. 1,3 Liter. Und das für weniger als einen Dollar (Happy Hour)!

In Seattle angekommen ging’s dann in die netten Gemeinderäume der Mars Hill Church im University District. Sie sind in einer alten Kirche untergebracht, die sie sehr stylisch aufbereitet haben (kommt auf dem Photo nicht so wirklich rüber):

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Die Predigt war leider nur ein Video von einer anderen Mars Hill Gemeinde in Seattle. Sie haben mehrere Gottesdienste am Tag, deshalb ist es für sie so einfacher. Macht aber nix, die Botschaft ist trotzdem rüber gekommen. Mars Hill hat ein paar ziemlich gute Bands, bei denen man auf Bandcamp reinhören kann. Lohnt sich! Nach dem Gottesdienst gab es Cup-Cakes. Die sind ähnlich wie kleine Muffins, aber meist mit unglaublich süßem Zeug oben drauf von dem man als Europäer Bauchschmerzen bekommt („Icing“).

Vor der Heimfahrt stand eine Einkehr bei Gorditos an. Das ist ein mexikanisches Restaurant das für seine großen Burriots berühmt ist:

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Wer in Seattle ist sollte dort unbedingt hingehen. Es schmeckt super lecker und die Burritos sind riesig:

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Im Restaurant gibt es eine kleine Burrito-Baby Galerie bei der man die Größe ganz gut sieht:

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Von unserer Gruppe hat es sogar einer geschafft sein Burrito aufzuessen. Die Kanadier sind halt noch echte Kerle! Die anderen haben sich die Reste einpacken lassen. Die Amis und ihre Portionen… Da kriegt man noch was für’s Geld! 😉


Eine Prise Heimat

Einer unserer ehemaligen Mitbewohner stammt aus Russland. Er hat, nach fast einem halben Jahr Suche, endlich einen Arbeitsplatz gefunden. Das wollten wir feiern und haben uns auf dem European Festival in Burnaby getroffen. Auf der Hauptbühne wurden traditionelle Tänze aufgeführt:

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Auf einer anderen Bühne gab es Live Musik. Hier die Jocelyn Pettit Band, die richtig guten irischen Folk gespielt haben:

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Viele europäische Länder haben sich mit einem Stand vorgestellt. Beim schweizer Stand konnte man z.B. klettern:

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Auch gab es ein breites kulinarisches Angebot zu sehr fairen Preisen. Neben russischen, türkischen, ungarischen und vielen anderen Essensständen war auch der Black Forest Mann mit seinem Wurststand da, den wir schon am German Christmas Market gesehen haben:

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Sehr leckere Sache! Aber das beste, zumindest für Ursel, war ein Stand von einem Polen der alle möglichen Waren aus Europa importiert. Dort gab es polnische Yogurette zum Spitzenpreis von 1,80$ die Packung. Ursel hat den ganzen Vorrat aufgekauft:

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Ich denke das reicht dann für die nächsten zwei Wochen… 😉


Mit dem Fahrrad in die USA

Da wir diesen Winter in den USA waren, hatten wir noch unsere Visa Waiver im Reisepass. Die muss man jedoch an der Grenze abgeben bevor sie ablaufen. Sie sind 90 Tage gültig und waren diese Woche fällig. Deshalb haben wir uns entschlossen am Sonntag an die Grenze zu fahren. In Vancouver sind zum Glück alle Busse mit Fahrradhaltern („Bike Racks“) ausgestattet, deshalb haben wir unsere Räder nach Tsawwassen mitgenommen. Von dort ist es nur noch ca. drei Kilometer bis zur US Grenze. Dahinter liegt, auf 12 km² und umgeben von Wasser, Point Roberts:

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Ein nettes kleines Dorf mit viel Strand, einem Yachthafen und mehreren Tankstellen. Da konnten wir mal wieder so richtig die USA geniessen. 🙂

Bei der Ausreise konnten wir dann unsere Visa Waiver abgeben. Da jedoch noch soviel vom Tag übrig war, wollten wir noch ein Naturschutzgebiet südlich von Vancouver besuchen. Es befindet sich auf Westham Island („my beloved West Ham„), einer kleinen Insel bei Ladner. Man verbindet ja immer die Amis mit Waffen, aber die Kanadier können das anscheinend auch ganz gut:

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Eine nette kleine Insel, aber leider war der Nationalpark schon zu. Dafür haben wir auf dem Heimweg einen Waschbären gesehen:

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Der ist auf der Suche nach Nahrung gewesen. Kurz darauf hat er eine Katze gejagt. Immerhin wissen wir jetzt woher das Kampfgeschrei und Gequieke kommt, dass wir manchmal nachts draussen hören… 😉


Cloverdale Rodeo

Dieses Wochenende war in Surrey das Cloverdale Rodeo. Da wir noch nie auf einem Rodeo waren wollten wir uns dieses Spektakel natürlich nicht entgehen lassen. Neben dem Rodeo gab es auch noch eine Messe, auf der man sich mit einem „Mechanical Bull“ schonmal ein bisschen für das Rodeo aufwärmen konnte:

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Bei einer Lumberjack-Show konnte man den Holzfällern beim sägen, fällen und besteigen von Bäumen, sowie beim Axtwerfen zuschauen:

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In Kanada gibt es auf den Messen oft auch eine Tierausstellung auf der man heimische Tiere wie Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen anschauen kann.  Auf dieser Tierausstellung gab es aber auch etwas exotischere Tiere, wie diese leopardenmäßig gefleckte Katze:

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Danach ging es in die Arena zum Rodeo. Zur Eröffnung sind die Damen mit wehenden Fahnen eingezogen:

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Nachdem Miss Surrey dann die amerikanische und kanadische Nationalhymne gesungen hat, wurde das Rodeo mit einem Gebet eröffnet. Dann ging es los mit „Bareback Riding“. Dabei werden Hengste ohne Sattel geritten:

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Man darf sich nur mit einer Hand festhalten. Ziel ist es, acht Sekunden oben zu bleiben. Die Jury vergibt dann Punkte: Je wilder das Pferd und je kontrollierter der Reiter, umso höher die Wertung. Wer keine acht Sekunden oben bleibt bekommt keine Punkte.

Danach waren die Damen mit „Barrel Racing“ dran:

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Dabei geht es darum so schnell wie möglich drei Fässer zu umrunden ohne diese umzuwerfen.

Anschließend hat ein lokaler Country-Sänger von der Ladefläche eines Dodge Ram ein paar seiner Lieder zum Besten gegeben:

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Nun kamen die Reiter mit Sattel dran. Auch sie mussten sich acht Sekunden im Sattel halten:

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Das Pferderodeo wurde von einem mexikanischen Seilkünstler abgeschlossen, der eine ästhetische Darbietung mit Seil und Pferd vollführte:

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Der texanische Kommentator kündigte dann an dass es „jetzt ernst wird“. Damit meinte er dass nun das „Bull Riding“ an der Reihe war. Tatsächlich schien das wesentlich schwieriger und gefährlicher als mit den Pferden:

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Es haben nur noch ca. die Hälfte der Reiter die acht Sekunden geschafft, manche waren schon nach einer Sekunde unten:

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Wenn die Reiter runtergeflogen sind, sind sie gleich zum Zaun gerannt um sich in Sicherheit zu bringen. Manche Stiere waren so wild dass man sie nach dem Ritt einfangen musste:

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Also insgesamt ein sehr interessantes kulturelles Erlebnis das man sich nicht entgehen lassen sollte!


Star Trek²

Letzte Woche hatte eine Freundin von uns Geburtstag. Sie hat uns bescheid gegeben dass sie gerne zum Feiern den neuen Star Trek Film im Kino anschauen würde der am Freitag rauskommt. Klaro, da sind wir mit dabei. Am nächsten Tag auf der Arbeit kam dann mein Abteilungschef rein: „Hey, we’re celebrating the new release with the team and got tickets for the new Star Trek movie on Friday at 1:30“. Yeah! 🙂 Ich habe mir am Freitag-Mittag also mit meinen Kollegen Star Trek angeschaut (in 3D!) und Abends dann nochmal mit unseren Freunden (in 3D!). Unsere Freundin ist ein großer Star Trek Fan und hat sogar entsprechende Kekse gebacken:

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Geil, oder? Wir hatten zum Glück „assigned seating“. Normalerweise ist in Kanada nämlich freie Platzwahl im Kino. Dann empfiehlt es sich schon relativ früh zu kommen damit man relativ vorne in der Warteschlange steht und noch einen guten Platz im Kino ergattern kann.

Bleibt eigentlich nur noch eins zu sagen: live long and prosper!

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SkyTrain

Die öffentlichen Verkehrsmittel in Vancouver sind, für eine nordamerikanische Stadt, ziemlich gut. Mit dem Bus kommt man fast überall hin – wenn man genügend Zeit hat. Der hält nämlich gefühlt alle 15 – 30 Sekunden. Es gibt sogar eine Stelle an der der Bus zweimal im gleichen Block hält (die beiden Haltestellen sind ca. 20m voneinander entfernt). Man muss also nur selten weit zur nächsten Bushaltestelle laufen…

Viel praktischer ist da der SkyTrain, Vancouver’s Hoch-, bzw. U-Bahn. Die Abdeckung ist nicht sonderlich gut, aber wenn man in der Nähe einer der Haltestellen wohnt, kommt man ruck zuck in die Stadt. Der SkyTrain ist ein autonomes System, d.h. die Bahnen fahren führerlos. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig aber es funktioniert. In den Bahnen kann man sich direkt hinter die Windschutzscheibe setzen, wie auf einem Fahrerstuhl:

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Und lange warten muss man auf den SkyTrain auch nicht: die Bahnen kommen in den Stoßzeiten alle zwei bis drei Minuten.