Archiv der Kategorie: Musik

Der Idan

Gestern war im Vogue Theatre das Idan Raichel Project aus Israel zu Gast. Wir hatten Karten, da Ursel einen genialen Geistesblitz für mein Geburtstagsgeschenk hatte. Also nach der Arbeit auf zum Vogue:

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Der Abend wurde von Babe Gurr aus Vancouver eröffnet:

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Es war eine Mischung aus Stilen aus der ganzen Welt und sehr gut vorgetragen. Somit ein guter lokaler Aufheizer für die Hauptband des Abends.

Während das Set von Idan Raichel letztes Jahr rein akustisch war, gab es diesmal eine „volle Band“ mit Schlagzeug und so weiter. Das Interessante am Idan Raichel Project ist, dass er Musiker aus der ganzen Welt mit an Bord holt und die Musik somit sehr viele verschiedene Einflüsse hat. Ich glaube der Kenner sagt dazu „World Music“, für den ungeübten Zuhörer wie mich hört sich das alles einfach nach Orient an. Die Stimmung war auf jeden Fall bombig und die Musiker ausgelassen:

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Wie man links im Bild sehen kann hat der Gute Mann seine Dreadlocks komplett abgeschnitten. Auf die Frage hin wie es dazu kam antwortete er „weil mich meine Dame geheissen hat“. Und ergänzed fügte er, in gewohnt humorvoller Weise, hinzu: „jeder Mann der sich nicht vor seiner Dame fürchtet ist kein wirklicher Macho“. Haha, sehr geil – willkommen im nahen Osten!

Wie auch schon letztes Jahr ein sehr gelungener Abend und ein Ausflug mit Musik und Tanz in eine andere Welt.

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August Burns Red

Wir haben ja das Glück dass hier relativ viele gute Bands durchkommen die man in Deutschland nur sehr selten sieht, und wenn, dann sicher nicht in unserer Stadt. Im Rahmen der „Break Down The Walls“ Tour haben gestern Asking Alexandria mit August Burns Red im Vogue gespielt. Da ich August Burns Red noch nie live gesehen habe war ich schon sehr gespannt auf das Konzert.

Losgehen sollte der Abend mit Born of Osiris die jedoch nicht kommen konnten. Die nächsten an der Reihe waren die Jungspunde „Crown the Empire“ aus Dallas, Texas:

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Meine Güte, hier drüben liegt die Latte schon bei so jungen Bands extrem hoch! Geboten wurde moderner Metalcore mit einer ordentlichen Prise Pop, viel Klargesang und melodischen Hooklines. Netter Auftritt, gute Musik und sehr sauber gespielt – was will man mehr?

Danach kamen „We came as Romans“, die der Menge mit zwei Sängern ordentlich einheizten:

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Ihre Musik war stark dursetzt von elektronischen Elementen, anscheinend nennt der Kenner das „Trancecore“. Also quasi Pop mit Metalcore – vielleicht kommt das ja bald im Radio, wäre auf jeden Fall eine Verbesserung des Programms.

August Burns Red – deren Schlagzeuger Matt Greiner schon beim Setaufbau ordentlich Geschmack mit seinem Schlagzeug bewies, das locker auch als Wohnzimmermöbelstück durchgehen würde – waren die nächsten:

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Leider kenne ich nur ihr Album „Constellations“ und so fiel es teilweise etwas schwer dem musikalischen Geschehen zu folgen da die Jungs sehr schnell und technisch spielen. Ist also ein bisschen wie bei 240km/h den Kopf aus dem Fenster zu hängen – nur mit mehr Doublebass! Eine energiegeladene Show und eine sympathische Band die gute Stimmung verbreitete. Als einzige Band des Abends kamen ihre Songs ohne Elektro-Klimbim aus und waren komplett handgespielt:

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Musikalisch sind die Jungs einfach der Hammer und die live Songs mussten sich in Sachen Präzision und Durchschlagskraft in keinster Weise vor den Albumversionen verstecken. Ihren Auftritt haben sie mit „Whitewashed“ beendet, definitiv der Höhepunkt des Abends für mich. Was für eine Stimmung, was für ein Gewitter!

Dann war es Zeit für den Headliner des Abends, Asking Alexandria:

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Der Sänger hatte sich zwei BHs am Gürtel festgemacht mit denen er über die Bühne stolzierte und die Menge beschimpfte und kommandierte – und die Menge jubelte und folgte. Der Rest der Band hatte nicht viel weniger Rockstar-Allüren. Was für ein bekloppter Auftritt.

Ein interessanter Trend hier in Kanada ist übrigens der „Zweit-BH“. Den scheint man nicht nur einfach so unter dem Hemdchen zu tragen wenn man ein bisschen mehr haben möchte als man hat. Auch bei Rockkonzerten, wenn einem ein bisschen zu heiss wird und man sich deswegen des Hemdchens entledigt, ist er offensichtlich recht beliebt. „Eine seltsame Idee“, mag der Deutsche jetzt denken – und ich muss ihm zustimmen.


Dark Tranquillity – fast

Mit Vorfreude habe ich vor ein paar Monaten von Sascha vernommen dass Dark Tranquillity auch nach Vancouver kommen. Also sofort Karten gekauft und der Veranstaltung mit Vorfreude entgegengefiebert:

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Vor allem war mit Omnium Gatherum auch eine wirklich sehr hörenswerte zweite Band mit dabei. Die Show sollte im Red Room nahe der Waterfront Station stattfinden:

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Als wir dort ankamen waren die Türen jedoch geschlossen und es hing lediglich eine Notiz am Eingang:

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Das nenne ich mal ordentlich Pech. Allerdings haben wir es noch gut erwischt. Uns kamen zwei Typen entgegen von denen der eine murmelte „…all the way from f*cking Calgary“. Wir sind also froh dass wir nur 30min Anreise hatten und nicht elf Stunden.

Hier die Stellungnahme der Band auf Facebook:

„With heavy hearts we have to inform you that tonight’s show unfortunately won’t happen as planned. The harsh weather conditions have caused some roads to completely close down all traffic, making it impossible for the bus to make it to Vancouver. Every possible (and impossible) option was considered, but there simply is no chance of the show happening.

Tickets will be refunded at the point of purchase. Again, we’re tremendously sorry about this. We were all looking forward to playing and meeting up with our friends in Vancouver, and judging by the pre-sales and general buzz it was a very anticipated show for many of you, but as there’s absolutely no realistic way for us to physically get to Vancouver today the only option is to admit defeat and cancel the gig.“

„Bummer“, würde der Kanadier da sagen. Ich hoffe die Buben kommen noch gut durch den Rest der Tour.


Playmobeat

Ich bin ja ein großer Fan des Schlagzeug Trios Playmobeat. Dieses Jahr gab es jeden Monat ein neues Video von ihnen. Die waren allesamt super kreativ und sind auch für Nicht-Schlagzeuger sehr zu empfehlen da es keine langweilige Solo-Prolo-Show ist, sondern tatsächliche Lieder mit viel Liebe und Humor umgesetzt. Für den Dezember haben sie sich etwas besonderes ausgedacht: Sie haben dazu aufgerufen dass man ihnen doch ein paar Videos einschicken soll (nach Anleitung) und haben das ganze Material dann zu einem gesamt Video verwurstet. Ich habe mir die Möglichkeit einen Beitrag zu leisten natürlich nicht nehmen lassen. Das Ergebnis lässt sich hier sehen:

Ich hatte übrigens Unterstützung von Brian, der mir mit seiner kreativen Ader und einer Nerf-Gun zur Seite gestanden ist. Wer findet den Beitrag?


Passenger

Gestern hat Passenger im Vogue gespielt. Ursel hat den Musiker zufällig durch eine Werbung auf YouTube entdeckt. Es handelt sich dabei um einen Liedermacher aus England, der die letzten Jahre als Straßenmusiker in Australien verbracht hat. Gestern Abend hat er Vancouver in ausverkauftem Haus im Vogue Theatre beehrt:

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Das Konzert wurde von Stu Larsen eröffnet, einem Liedermacher aus Australien. Nette Musik, die sich besonders durch recht viel Kopfstimme absetzte. Nach ein paar Liedern wurde dann die Bühne für Passenger freigemacht.

Der Mann mit der markanten Stimme ist, wie gesagt, Engländer und hat auch diesen genialen, spontanen Humor. So gab es neben netten Liedern mit tiefgründigen Texten auch immer wieder viel zu Lachen. Passenger hat es hervorragend verstanden mit dem Publikum zu interagieren sodass man nicht das Gefühl hatte weit weg, sondern mittendrin zu sein. Das lag sicher auch daran dass er die Leute immer wieder zum mitsingen bewegen konnte. Auch der minimalistische Bühnenaufbau – lediglich ein Mikrofon auf der Bühne – war sehr authentisch und tat der Atmosphäre des Konzerts gut:

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Um es mit Passengers Worten zu sagen: „It’s been bloody wonderful!“.

Wer da mal reinhören will kann dies auf YouTube tun. Super Texte, definitiv sehr empfehlenswert.


Killswitch Engage

Killswitch Engage haben sich entschlossen im Rahmen ihrer „Disarm The Descent“ Tour auch Vancouver zu beehren. Mit 57$ war das Ganze schon relativ happig, aber dafür waren auch fünf Bands am Start. Unter anderem Darkest Hour, die ich sowieso gerne mal sehen wollte.

Das Konzert war im Commodore Ballroom, einer gepflegten Lokalität auf der Granville Street, Vancouver’s Party Meile:

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Der Eingang ist relativ unscheinbar aber der Raum drinnen ist ziemlich groß und hat eine geräumige Tanzfläche und Bars in jede Richtung. Wie auch das Vogue Theatre verfügt der Commodore Ballroom über eine Empore von der man einen exzellenten Blick auf die Bühne hat. Um die Tanzfläche, im Barbereich und auf der Empore sind Sitzplätze vorhanden, was bei einem längeren Konzert ganz angenehm ist.

Der Abend wurde von Affiance eröffnet. Ihre Mischung aus Melodic Deathmetal mit 80er Metal Gesang hat ein bisschen an die dänischen Mercenary erinnert. Der Schlagzeuger schien etwas unterfordert und hat versucht diesen Umstand mit vielen Stick Tricks wieder wett zu machen. Als erste Band hat man es ja immer ein bisschen schwer, aber Affiance haben es ohne viel Mühe geschafft das Publikum von Anfang an zu begeistern.

Danach kamen die Jungspunde des Abends: The Word Alive aus Phoenix, Arizona:

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Die Band präsentierte sich überaus spielfreudig und ihr Metalcore mit leichten Elektro Einlagen konnte vom ersten Song an überzeugen. Ihre mehrstimmigen Klargesang Einlagen haben die Jungs hervorragend ausgeführt und somit ihrem Sound zu mehr Breite und Dynamik verholfen. Generall hat die Band eine sehr positive Ausstrahlung gehabt und war mit Zeilen wie „I’d rather die for what I believe, than live a life without meaning“ auch textlich eine erfrischende Abwechslung. Als Tribut an As I Lay Dying, die aus traurigen Gründen die Teilnahme an der Tour abgesagt haben, haben sie 94 Hours gespielt. Ganz zu meiner Freude – was für ein großartiges Lied. Die Jungs waren für mich das Überraschungs-Highlight des Abends. Wieder eine gute neue Band entdeckt. 🙂

Als drittes waren dann die Metalcore Veteranen von Darkest Hour an der Reihe. Mit eher traditionellem Sound und viel melodischen Gitarren hat das Zuhören auch hier viel Spass gemacht. Besonders interessant war der Aufbau des Schlagzeugs. Ein relativ großes Tom Tom stand auf einem Stativ links neben dem Schlagzeuger und rechts von ihm befand sich, wie üblich, das Standtom:

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Das hat natürlich, aufbaubedingt, die Fills etwas verändert und war somit sehr interessant zum zuschauen und anhören.

Danach kamen Miss May I aus dem Bundesstaat Ohio. Auch hier war Metalcore am Start der durchweg überzeugen konnte. Nicht nur mir hat’s gefallen:

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Auch hier gab es ordentlich Circle Pits und jede Menge gemoshe. Da Vancouver ja eine sehr saubere Stadt ist, kamen in der Pause dann ein paar Angestellte des Clubs um die Tanzfläche wieder etwas trockener zu bekommen. Dazu haben sie unter jeden Fuß ein Handtuch genommen und sind damit quasi über den Boden gerutscht:

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Interessant, man muss nur kreativ sein.

Dann wurde es langsam Zeit für den Headliner des Abends: Killswitch Engage. Mit überdimensionalem Transparent und einer intensiven Lichtshow ging es in die Schlacht:

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Mit jeder Menge Energie und Spielfreude haben sie ihre Songs vorgetragen und die müden Knochen nochmal ordentlich zum tanzen animiert. Lediglich der Bassdrumsound hätte etwas weniger Plastik vertragen können. Generell wurden an diesem Abend relativ häufig Trigger an der Bassdrum verwendet. Hing vielleicht auch damit zusammen dass viele Sets über eine relativ kleine Bassdrum verfügt haben, die man sonst eher von anderen Stilrichtungen kennt. Nach einer guten Stunde wurde das Konzert mit ihrem Hit „My Last Serenade“ beschlossen. Sauberer Abschluss eines gelungenen Abends mit Bands auf sehr hohem Niveau. So macht das Spass.


Comb together

Gestern war ich auf dem Hauskonzert von „Comb„. Die drei Mädels wollen gerne eine E.P. aufnehmen und haben deshalb einen Fundraiser gestartet. Für 10$ gab’s einen Abend lang Musik, selbstgebackene Kekse und Brownies, ein Tombola-Los sowie ein Freigetränk von dem netten Herrn hinter dem Tresen:

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Beim Bier hatte man die Auswahl zwischen weißer Dose und goldener Dose. Ist ja klar welche man da nimmt, oder?

Die Band besteht im Grunde aus den gleichen drei gleichen Damen, die auch bei Bre McDaniel mitspielen. Somit überrascht es nicht, dass sich das Material stilistisch ähnelt. Nachdem es einen bluesigen Einheizer von einem Solo Gitarristen gab, ging’s dann mit dem Konzert von Comb los:

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Singer-Songwriter Musik mit verschiedenen Instrumenten gepaart mit seidigen Gesangsharmonien trifft auf tiefgehende und teilweise sehr persönliche Texte. Da kann ja fast nichts mehr schiefgehen. Man konnte sich so richtig schön von der Musik durch den Abend tragen lassen. Auch der Unterhaltungsfaktor hat gestimmt. Zwischen den Liedern wurde immer mal wieder ein Los von der Tombola gezogen. Die Gewinne waren sehr kreativ. Es gab Kamm-Sets, handgemachten Schmuck, eine blinkende Schönheitskrone mit chinesischem Awesomeness-Faktor und einen handsignierten Toaster zu gewinnen.

Ein durchaus gelungener Abend der Lust auf mehr gemacht hat. Ich bin schon sehr gespannt was da noch kommt und hoffe die Mädels becomben das Geld für ihre E.P. bald zusammen damit man sich ihre Lieder auch mit nach Hause nehmen kann.