Monatsarchiv: Juni 2014

Joffre Lakes

Heute haben wir unser Zelt in Whistler abgeschlagen und sind weiter Richtung Norden gefahren. Dabei kommt man bei den Joffre Lakes vorbei. Dies sind drei türkisblaue Seen die aus Gletscherwasser gespeist werden – daher auch die Farbe. Der untere See ist nur wenige hundert Meter vom Parkplatz entfernt:

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Nach ca. 1.5h teils recht steilem wandern durch kanadischen Nadelwald kommt man beim mittleren der drei Seen an. Dort sieht man schon deutlich den Gletscher im Hintergrund:

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Nach ca. einer weiteren halben Stunde erreicht man den oberen Joffre Lake:

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Auf der anderen Seite des Sees, unterhalb des Gletschers, ist ein Zeltplatz. Von dort kann man das Eis sehr gut sehen:

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Und man bekommt nochmal einen anderen Blick auf den See und die umliegenden Berge:

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Die Wanderung ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen! Und wer weiss wie lange die Gletscher, und damit die Seen, noch da sind. Wir haben einen Wanderer getroffen der meinte dass, als er vor elf Jahren dort oben war, der Gletscher noch deutlich größer war. Ähnliches kann man auch bei Gletschern in den Rockies beobachten. Es ist erschreckend wie konkret sich die Erderwärmung bereits jetzt schon auswirkt.

Auf dem Rückweg haben wir Ursels Namensvetter getroffen:

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Danach sind wir weiter nach Norden Richtung Lillooet gefahren. Es ist interessant wie schnell sich die Landschaft hier ändern kann. Denn auf der anderen Seite des Berges kommt man bei Lillooet plötzlich in ein sehr trockenes, fast schon wüstenähnliches, Gebiet:

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Zuerst haben wir uns eigentlich überlegt auf der Hat Creek Ranch bei Cache Creek unser Zelt aufzuschlagen. Als wir dann jedoch nach ca. einer Minute schon dermaßen von Schnaken verstochen waren, haben wir beschlossen uns etwas „zivilisierteres“ in Cache Creek direkt zu suchen. Das kam dabei raus:

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In diesem tollen Kindergeburtstagsambiente werden wir sicher wundervoll schlafen.


Whistler

Am Dienstag ist Canada Day. Diese Gelegenheit haben wir für ein langes Wochenende genutzt um in Whistler wandern zu gehen. Heute war es jedoch ein bisschen regnerisch, weshalb wir unser Wanderprogramm etwas eindämmen mussten. War aber nicht schlimm – wir waren nämlich noch ziemlich überwältigt von der letzten Woche. Nach einem ordentlichen Frühstück ging’s dann zu den Brandywine Falls. Dieser Wasserfall ist sehr gut vom Parkplatz zu erreichen und ziemlich beeindruckend:

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Danach ging’s zum „Train Wreck Trail“. Bei einem Zugunfall vor Jahren hat man die verunglückten Waggons nicht weggeräumt, sondern einfach im Wald liegen lassen. Der Weg zu den Waggons geht an einem türkisblauen Fluss entlang:

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An der Unglücksstelle liegen die Waggons im Wald verstreut herum. Heute werden sie als Leinwände für Graffiti Kunst benutzt:

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Gleichzeitig erfüllen sie einen Zweck als BMX Bahn:

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Wer sich traut, kann dort relativ große Sprünge machen:

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Sehr cool, würde ich sagen.


Besuch aus Deutschland

Wir hatten diese Woche Besuch von Sascha & Becky (inkl. Kind) aus Deutschland. Wir haben uns sehr gefreut dass sie da waren und wir uns mal wieder so richtig austauschen konnten. Natürlich durfte auch das Touristenprogramm nicht zu kurz kommen. Dabei haben wir auf Altbewährtes zurückgegriffen: eine Bootstour im Howe Sound und den Grouse Mountain.

Die Bootstour konnten wir bei bestem Wetter machen:

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Auch der Grouse Mountain kommt bei Gästen immer gut an. Besonders wenn die Grizzly-Bären aktiv sind:

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Leider gingen die vier Tage viel zu schnell wieder vorbei und wir mussten die drei am Samstag schon wieder Richtung Deutschland verabschieden.


Indian Arm Kanutour – Tag 3

Nach einer sehr geruhsamen Nacht haben wir unser Hab und Gut verstaut und dann ging’s langsam wieder nach Hause. Der Morgen war erfreulich ruhig und die Motorboote lagen noch alle an den Docks. An bewaldeten Steilhängen vorbei, sind wir mit müden Armen Richtung Deep Cove gepaddelt:

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Nach erstaunlich schnellen 4h waren wir dann auch schon wieder in der Zivilsation. Schade, das Wochenende ging viel zu schnell vorbei.


Indian Arm Kanutour – Tag 2: Bärensicher

In der Gegend um Granite Falls ist Bärengegend. Auch Berglöwen (Pumas) und Wölfe sind hier zuhause. Normalerweise gibt es auf Zeltplätzen in Bärengebiet Stahlbehälter zur Aufbewahrung von Lebensmitteln. Da dieser Zeltplatz jedoch eher der einfachen Kategorie entsprach musste man sein Essen irgendwie anders bärensicher aufbewahren. Eine gängige Methode ist es, alles was Bären anlockt, in einen Beutel zu packen und den dann über einem Ast hoch genug aufzuhängen. Dabei gibt es verschiedene Möglicheiten. Wir haben uns für eine recht clevere Variante entschieden, gennant PCT (steht für „Pacific Crest Trail“).

Und so wird’s gemacht: Man braucht ein Seil, einen Karabiner, ein Gewicht (z.B. einen Stein) und ein kleines Stöckchen:

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Dann sucht man sich einen geeigneten Ast:

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Der Bärenbeutel sollte ca. in 4m Höhe und 2m entfernt vom Stamm hängen. Für die PCT Methode muss der Ast etwas höher sein. Dann das Seil am Gewicht festbinden:

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Nun das Seil mit dem Gewicht über den gewünschen Ast werfen (versuchen nicht vom Gewicht erschlagen zu werden):

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Nach einer Weile feststellen dass das Ganze nicht so einfach ist und die Sache den Profis überlassen:

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Nachdem das Seil dann über dem Ast hängt bindet man den Bärenbeutel daran fest. Der Karabiner wird am Bärenbeutel festgemacht und das freie Ende des Seils duchgeführt. Dann wird der Beutel hochgezogen:

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Wenn der Beutel dann ganz oben angekommen ist, bindet man das Stöckchen mit einem speziellen Knoten, dem Webeleinstek, so hoch wie möglich am Seil fest:

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Dann wird der Beutel wieder herabgelassen bis das Stöckchen am Karabiner den Rücklauf des Seils blockiert und der Beutel somit in der Luft hängenbleibt. Das war’s dann auch schon:

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Herzlichen Glückwunsch! Die Vorräte sind bärensicher verstaut!


Indian Arm Kanutour – Tag 2

Nach einer nicht sehr schlafreichen Nacht, dank unserer Partynachbarn, ging es nach einem kurzen Frühstück zum Dock. Da gerade Ebbe war konnte man jede Menge Seesterne und Krabben sehen:

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Dann hieß es „Leinen los“ und auf’s Wasser. Hier der Blick aus dem Cockpit unseres rustikalen Zweisitzers:

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Ein Großteil der Küstenlinie besteht aus steilen Felsklippen. Daher muss man die Möglichkeit nutzen wenn man mal an Land gehen kann:

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Nach ca. 3,5 Stunden auf dem Wasser sind wir dann an unserem Zeltplatz angkommen. Dieser liegt direkt neben rauschenden Wasserfällen, den Granite Falls:

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Nachdem wir unser Zelt aufgeschlagen hatten, haben wir noch einen kleinen Ausflug zum Indian River gemacht, der am Nordende des Indian Arm in denselbigen mündet. Der Fluss bietet mit seinem klaren, smaragdgrünen Wasser nochmal andere Ansichten:

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In der seichten Moorlandschaft muss man aufpassen dass man bei Ebbe nicht mit dem Boot steckenbleibt:

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Wir haben es aber ohne Probleme wieder zum Zeltplatz geschafft. Während das Fleisch frisch gefangener Krabben bei unseren Zeltnachbarn auf dem Kocher briet, hat auf uns schon die nächste Herausforderung gewartet…


Indian Arm Kanutour – Tag 1

Wir wollten schon seit langem mal eine Kanutour machen. Dieses Wochenende hat es sich angeboten das Vorhaben auf dem Indian Arm in die Tat umzusetzen. Der Indian Arm ist ein Meeresarm, der sich östlich von Vancouver ca. 20km nach Norden erstreckt.

In Deep Cove gibt es einen Kanuverleih bei dem man sich ein stolzes Boot mieten kann. Also Freitag nach der Arbeit nichts wie hin. Dann ging es los mit dem Paddeln. Ganz schön anstrengend – und man kommt nur sehr langsam voran. Aber nach ca. 1,5h (gefühlt: 3h) sind wir an unserem ersten Ziel angekommen: Twin Island. Auf Twin Island gibt es einen kleinen Zeltplatz. Die Stellplätze haben teils spektakuläre Ausblicke:

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Am Nordzipfel der winzigen Insel kann man weit in den langgezogenen Meeresarm hineinschauen:

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Am Ufer des Indian Arm sieht man immer wieder vereinzelt ein paar Häuser stehen:

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Auf Twin Island gibt es einen kleinen „Berg“, der gerade hoch genug ist um über die Baumwipfel zu schauen. Hier bieten sich tolle Ausblicke auf Racoon Island und das Festland. Sehr nett bei Abendstimmung:

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Manche Leute hatten die brilliante Idee in Hängematten zu übernachten:

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Andere Leute hatten die, nicht ganz so brilliante, Idee dieses eigentlich friedliche und abgelegene Stückchen Erde in eine Partyinsel zu verwandeln und bis spät in die Nacht mit lauter Musik und viel Gejohle zu feiern. Man mag es ihnen gönnen – es fällt einem jedoch schwer…