Monatsarchiv: Juni 2012

Unser täglich Brot

Manche von euch mögen sich vielleicht fragen was wir hier eigentlich immer essen. Am Anfang war’s ein bisschen schwierig, vor allem weil Ursel eine Art Burger-Allergie hat, aber mittlerweile haben wir herausgefunden wie man die amerikanische Küche geniessen kann. Zum Frühstück gibt’s das gleiche wie auf unseren Radtouren bisher:

Von links nach rechts: Milchpulver, Wasser, Granola (süsses Müsli), Haferflocken. Das mit dem Milchpulver ist praktisch, weil wir keinen Kühlschrank dabei haben. Einfach mit Wasser anrühren und los kann’s gehen. So fängt der Morgen schonmal super an. 🙂

Wir haben vor kurzem auch einen guten „Diner“ entdeckt: Denny’s. Da kann man so richtig amerikanisch essen gehen. Gerade gibt es die „Tour of America“. Da kann man Spezialitäten aus Teilen der USA bestellen. Ursel hatte das USA-Frühstück (es hatte leider keinen richtigen Namen) bestellt:

Linker Teller: Hashbrowns, Speck und Eier. Rechter Teller: Blueberry Pancakes mit Erdbeeren und Schlagsahne. Wow, und das für nur 7.99$.

Ich hatte „The Midwest“:

Das ist Kartoffelbrei mit Bratensosse und ein Burger. Auf dem Burger sind Pommes (!) und angebratene Rindfleischstreifen. Hört sich ein bisschen abartig an, war aber echt total fein. Und danach hatte ich noch einen „New York Style Cheesecake topped with Strawberries“. Lecker!

Also liebe Inxmail Java-One Delegation: Wenn ihr mal ordentlich amerikanisch essen wollt: Das kann ich empfehlen (@Luca: Ja, sie haben auch jede Menge Burger :)).

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Flaming Gorge

Als wir vorgestern Morgen in unserem Zelt lagen kam auf einmal eine forsche Stimme von draußen: „National Forest Service! No Fires! No firewood, no charcoal, no briquets!“ Wir waren erst ein bisschen erschrocken, weil wir ja gar nichts gemacht hatten, aber es stellte sich heraus dass sie das allen Campern mitteilten. Hier ist nämlich extreme Brandgefahr. Deshalb sind Feuer jeglicher Art verboten. Wir sind gestern „in der Nähe“ des „Fontenelle“ Waldbrandes vorbeigefahren (70 Meilen entfernt):

Leider mussten wir durch die gigantische Rauchwolke durchfahren (ca. 30 Meilen). Da sieht man nicht mehr so viel:

Auf dem Campingplatz wo wir waren (beim Flaming Gorge), war vor einigen Jahren auch ein Waldbrand. Dort sieht es heute so aus:

Als wir die Frau im Visitor Center gefragt haben ob die Brände Auswirkungen auf die Straßen zum Yellowstone haben, meinte sie nur: „I don’t know. You know, everyone has got a fire this year.“. Es ist also genug für alle da…

Anscheinend braucht das die Natur, dass immer mal wieder aufgeräumt wird. Sagen zumindest die Experten.

Wenn’s gerade nicht brennt, sieht’s am Flaming Gorge so aus (auch etwas verraucht, das Bild…):

Und Gras und Bäume hat’s auch! Endlich sind wir aus der Wüste draussen:

Das geht:

  • Gras und Bäume – Endlich wieder grün! Das ist toll zum anschauen und auch besser zum Zelten, als staubige Geröllwüsten… 🙂
  • Die Flüsse – Wow sind die klar, aber auch schweinekalt… 😉
  • Die Weite des Landes – also hier sind die Kühe wirklich glücklich, liebe Öko-Freunde

Das geht nicht:

  • Im Starbucks einen „Chai Latte“ bestellen, und dann das ganze mit kalt und mit Eiswürfeln drin bekommen –  naja, dann trinke ich jetzt halt kalten Tee…
  • Eine riesen Armee von Killer-Schnaken auf dem Campingplatz – alter Schwede, 50 Kills in einer Minute 🙂
  • Camping ohne Dusche – Nicht so der Bringer, aber wenn’s kalte Bergflüsse nebenan gibt, geht’s.

Kulturschock: Essen gehen

In USA funktioniert das mit dem Essen gehen ein bisschen anders als bei uns. Während man bei einem Schnellerestaurant nicht viel falsch machen kann, gibt es bei einem „romantischen Dinner“ in einer richtigen Gaststätte doch einige Unterschiede zu Deutschland.

Schritt 1: Das Restaurant betreten

Läuft man einfach in ein Restaurant rein und sucht sich einen freien Platz, so macht man einen groben Fehler. In den meisten Restaurants gilt „Wait to be seated“. Das heisst man bleibt am Eingang stehen und wartet darauf dass einem vom Personal ein Platz zugewiesen wird.

Schritt 2: Bestellen

Hier kann man nicht viel falsch machen. Man sagt dem Kellner einfach was man möchte und dieser nimmt die Bestellung auf. Oft bekommt man zum Essen oder Kaffee noch ein kostenloses Wasser dazu. Möchte man kein Eis in seinem Getränk, sollte man das dem Kellner mit „No ice, please“ mitteilen.

Achtung: Man sollte darauf achten immer die kleinste Portion zu bestellen, da die Portionen hier meist riesig sind.

Schritt 3: Essen

Während man sein Essen genießt, wird das Personal des öfteren vorbeischauen um sich zu erkundigen ob noch alles in Ordnung ist. Hier versuchen die Kellner möglichst viel Präsenz zu zeigen, da das zu einem guten Service dazugehört. Man sollte sich also nicht davon gestört fühlen, sondern dies als freundliche Geste werten. Wenn man allerdings noch ein weiteres Getränk oder einen Nachtisch will sollte man die Gelegenheit nutzen.

Schritt 4: Die Rechnung

Die größte Überraschung für den Deutschen dürfte es geben, wenn man plötzlich, während man noch am kauen ist, vom Kellner die Rechnung präsentiert bekommt. Während das bei uns eine riesige Unhöflichkeit wäre, ist das hier nicht als Rausschmiss zu werten. Man macht das hier einfach so. Als Gast darf man natürlich gerne noch sitzen bleiben bis man zu Ende gegessen hat. Es scheint mir jedoch dass man auch nicht ewig sitzen bleibt, sondern nach dem Essen auch recht bald ans bezahlen denkt.

Schritt 5: Bezahlen

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn man die Rechnung in einem Buch oder auf einem Tablett bekommen hat, legt man hier seine Kreditkarte drauf und wartet bis der Kellner das ganze mitnimmt. Er wird dann wieder kommen, mit einer zweiten Quittung, auf der man dann das Trinkgeld („Tip“) angibt.

Bekommt man einfach nur eine Rechnung geht man zum bezahlen zur Kasse am Eingang des Restaurants. Man gibt dem Kassierer die Kreditkarte und dieser händigt einem dann eine Quittung aus, auf der man das Trinkgeld vermerken kann.

Achtung: In den USA hat das Trinkgeld einen anderen Stellenwert als bei uns. Die Bedienungen bekommen weniger Geld und sind deshalb auf ein großzügigeres Trinkgeld angewiesen. Hier gibt man 15% bis 20% Trinkgeld. Wenn einem der Service wirklich gut gefallen hat, auch mal 25%.

 

So, viel Spass beim Essen gehen in den USA. 🙂


Arches

Nach langer Fahrt haben wir gestern Abend und heute im Arches National Park verbracht. Schon wieder eine Art Wüste, diesmal mit lauter Bögen, die durch Winderosion entstanden sind…

Gestern Abend haben wir eine Wanderung im Eilschritt hingelegt, weil einer der Bögen am schönsten bei Sonnenuntergang ist. Da wir erst ziemlich spät angekommen sind hatten wir es ein bisschen eilig und sind so schnell wie nur möglich gegangen. Total verschwitzt und ziemlich außer Atem sind wir dann gerade rechtzeitig angekommen.

Noch beleuchtet die Sonne den Delicate Arch, aber es geht extrem schnell und er liegt teilweise im Schatten. Dann leuchtet er natürlich nicht mehr so schön….

Auf dem Rückweg hatten wir dann einen wunderschönen Sonnenuntergang:

Weil wir gestern Abend extra lange wach waren sind wir heute extra früh aufgestanden um schon wieder zu wandern.

Selbst ich sehe ein, dass man hier früh aufstehen muss, (früh heißt 5:30) weil man sonst im Backofen landet und ohne Gnade bei Umluft (heißer Wind) gegrillt wird. Also sind wir gewandert und der Weg war mal wieder herausfordernd. Diesmal mussten wir über Felsrücken klettern. Auf beiden Seiten geht es ewig weit runter…. Herausfordernd, aber wir haben es geschafft.

Direkt hinter diesem Bogen (Navajo Arch) ist eine Art Höhle ohne Dach, daher leuchtet hier alles schön Orange. Das ist einer von meinen Lieblings-Bögen, weil er eine ganz eigene Stimmung hat.

Mein anderer Lieblingsbogen ist ein Doppelbogen:

Wahnsinn, den finde ich echt unglaublich schön und so zerbrechlich…

Apropos zerbrechlich: an dem Landscape Arch ist 1991 ein Stück abgekracht, seither ist er gesperrt.

Wenn man genau hinsieht kann man sehen, wo das Stück herausgebrochen ist. Der Stein ist an der Stelle heller.

Außer den Bögen, nach denen der Park benannt ist, gibt es hier noch jede Menge verrückte Steinformationen. Wie den Balanced Rock oder den Elephant Butt:

Nachmittags haben wir dann wiedermal ein spezielles Auto gesehen:

Hier gibt es echt mehr abgefahrene Autos als bei uns…

Heute Abend hat es endlich mal geregnet. Ich dachte schon hier regnet es nie. Es war dann auch gleich ein Gewitter, das zum Glück nicht genau über uns war. Ich glaube die Gewitter sind hier echt heftig. Es gibt Flash Floods und Waldbrände und ich weiß nicht was noch alles. Aber vielleicht ist es morgen mal nicht ganz so heiß  30°C wären schon echt gut.


Wandern in USA

Wir machen hier, wie ihr bestimmt schon gemerkt habt, immer wieder kleine Wanderungen. Bevor der Weg losgeht, gibt es hier immer Infotafeln. Auf denen steht, auf was man achten muss. Zum Beispiel wieviel Wasser muss man mit nehmen, wie weit ist der Weg, wie anstrengend, gibt es Gefährliche Tiere oder Pflanzen, etc. Bei der ersten Tafel war ich sehr skeptisch, wie genau man die Angaben nehmen muss, wenn da steht man braucht 4-6 Liter Wasser am Tag oder der Weg ist sehr anstrengend obwohl er nur 3km lang ist…

In der Zwischenzeit nehme ich die Schilder sehr ernst. Wenn da steht es ist anstrengend ist es das auch, oft weil es extrem steil ist, der Weg über Sand geht und es unglaublich heiß ist. Außerdem gibt es hier Wege, die gibt es gar nicht:

Hier ist eine Leiter in einen Felsen gebohrt, es geht ca. 2 Meter sehr steil bergab und es gibt keinerlei Sicherung. Und oben und unten ist natürlich auch keine ebene Plattform… Das heißt es kommt so ein richtiges Abenteuer- und Entdeckerfeeling auf, kostet mich aber auch einiges an Überwindung.

Die Wanderungen, wenn auch meist sehr anstrengend, lohnen sich, da die Ziele außergewöhnlich sind. Hier sind wir im Natural Bridges National Park:

Einer Gegend in der gleich mehrere Brücken durch Unterspülung entstanden sind.

 


Monument Valley

Bisher waren wir sehr verwöhnt, vom Wetter: immer Sonneschein… Heute habe ich die ersten Wolken seit ca. zwei Wochen gesehen und natürlich hängen sie genau über dem Monument Valley und machen damit gescheite Bilder fast unmöglich. Trotz allem ist es hier faszinierend: mitten in der Ebene stehen diese Steinbrocken (so hoch wie ein Hochhaus) und man fragt sich wie die wohl da hin gekommen sind. Die Erklärung hört sich dann auch sehr an den Haaren heirbei gezogen an. Frei nach dem Motto da war mal der Golf von Mexiko… Naja wer weiß – ich auf jedenfall nicht.

Es gab natürlich trotz Wolken keinen Regen (über den wir uns der Abkühlung wegen gefreut hätten). Dafür konnten wir doch noch ein paar Bilder mit Sonnenschein erwischen.

Das hier ist eine von zwei Händen, und das Haupt-Fotomotiv hier. Also hab ich ein Foto gemacht 🙂

Nach dem Monument Valley ging es weiter zum Mexican Hat. Das ist eine Steinformation, die aussieht als ob jemand einen Sombrero auf hätte.

Ich finde ja wirklich erstaunlich dass der „Hut“ auf dem Kopf hält und nicht herunter fällt…

Überhaupt sehen die Sachen hier teilweise sehr fragil aus – und das obwohl es riesige Steinformationen sind.


Zeitzonen

Für Softwareentwickler sind Zeitzonen ja immer ein ungeliebtes Thema, weil es einfach sehr verwirrend werden kann. Aber das betrifft nicht nur Softwareentwickler. Das Amerikanische Festland ist in vier Zeitzonen unterteilt. Alle haben Daylight Saving Time (Sommerzeit), ausser Arizona. Deshalb haben wir hier gerade, trotz eigentlicher Zeitverschiebung von +1h, die gleiche Zeit wie am Pazifik. Befindet man sich in Arizona allerdings auf Gebiet der Navajo-Indianer, gibt es doch wieder DST. Alles klar?